Schöpfung
zur Startseite zum Autor zur Literatur Inhalt: Schöpfung - Jakob Böhme Schöpfung - Jakob Lorber Schöpfung - Walsch Erschaffung des Menschen |
Schöpfung - Jakob BöhmeJacob Böhme, der erste große protestantische Mystiker, lebte um 1600 bei und in Görlitz. Böhme schreibt: „Wenn ich dir die Geburt Gottes aus sich selbst begreiflich machen soll, kann ich dich nicht also unterrichten, daß du es verstehst. Es ist in Gott kein Erstes und Letztes der Geburt und Entwicklung; doch muß ich eines nach dem andern setzen.“ Das ist das Problem allen Redens um diese Dinge. Böhme schreibt weiter: „Gott hat Willen und ist selber der Wille. Nun hat jeder Wille eine Sucht, etwas zu begehren oder zu tun, und hierin schaut er sich selber ... und macht sich selbst einen Spiegel. Die Lust dieses Willens ist ein Geist und macht eben in dem Begehren den Spiegel. Der Geist ist das Leben, und der Spiegel ist die Offenbarung des Lebens, ohne welchen sich der Geist selber nicht erkennen könnte.“ (Lit. 8,9) Das sind eigenwillige und scharfsinnige Sätze eines ungebildeten Schuhmachers, Sohn eines armen Bauern, inmitten einer protestantisch-starrsinnigen Umgebung, die zu solchen Gedanken nicht den geringsten Anlaß bietet. Böhme erklär uns deshalb, wie diese Gedanken zu ihm kommen und durch ihn hindurch fließen (siehe hier). Böhmes Schriften sind sogenannte Durchgaben von einer geistigen Quelle, über die wir nichts Näheres wissen. Schöpfung - Jakob LorberBei Jakob Lorber (s. "Medien" und Lit. 7,8) werden ähnliche Bilder in größerer Klarheit ausgeführt. Vielleicht werden wir uns daran gewöhnen müssen, daß die Erschaffung des Menschen nicht so einfach war, wie es die Bibel nahelegt. Lorber beschreibt nicht in seiner persönlichen Sprache visionäre Bilder, sondern er erlebt Auditionen als Diktate. Man nennt Lorbers klare innere Stimme allgemein „das göttliche Wort“, denn sie spricht mit einer majestätischen Authorität. Zum Thema Schöpfung wurde Lorber unter anderem folgendes diktiert: „Die Gottheit war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit durchdringende Kraft. In der Mitte ihrer Tiefe war ich von Ewigkeit die Liebe und das Leben selbst in ihr; aber siehe, ich war blind wie ein Embryo im Mutterleib! ... Die Gottheit aber gefiel sich in der Liebe, und der Liebe ward es immer heißer in ihrer Mitte, und alle Mächte und Kräfte stürmten auf dieselbe los, und die Liebe ward gedrückt von allen Seiten. Und siehe, da ward ein großes Rauschen, und das Rauschen ward zum Tone, der Ton aber ward zum Worte, und das Wort sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht in allen Räumen der Unendlichkeit ... Und Gott sah in sich die große Herrlichkeit seiner Liebe und siehe, die Gedanken der Liebe waren selbst Liebe und waren ohne Zahl. Da sprach die Liebe in der Gottheit: Lasset die Gedanken der Herrlichkeit heraustreten, daß sie frei werden und uns empfinden und sehen, wie wir sie empfinden ... Und es war ein Heer der Geister aus Gott frei, deren Zahl kein Ende hat, und die Liebe sah sich selbst verunendlichfältigt und sah ihre unendliche Schönheit vollkommen.“Siehe hier ab [HGt.01_005,01]. Das ist nicht die Sprache des einfachen und bescheidenen Kapellmeisters Jakob Lorber. Wenn wir es überhaupt für möglich halten, dass Gott zu uns spricht (und warum sollte er das eigentlich nicht tun, wo wir doch seine Ebenbilder sind?), dann wäre das - und überhaupt vor allem die ersten Kapitel und eigentlich die ganze Haushaltung Gottes - eine ihm angemessene Sprache.
Schöpfung - WalschHierzu ein weiteres Beispiel aus "Gespräche mit Gott" (Lit. 48-I).: „Am Anfang war nur das, was Ist. Doch Alles-Was-Ist konnte sich nicht selbst erkennen, weil nicht nichts war. Denn in Abwesenheit von etwas anderem ist Alles-Was-Ist nicht. Das ist das große Ist/Ist-Nicht, auf das sich die Mystiker seit Anbeginn der Zeit bezogen haben. ... Diese Energie des Alles-von-Allem entschied sich dazu, sich selbst zu erfahren. ... Und so teilte sich Alles-Was-Ist in sich selbst - wurde in einem gloriosen Augenblick das, was hier ist, und das, was dort ist. Und das, was weder hier noch dort ist, in dem alles enthalten ist. Es ist der Nicht-Raum, der den Raum enthält, es ist Alles, das hier und dort enthält. Es ist das, was manche Menschen Gott nennen. Doch das ist auch nicht präzise, denn ich bin zugleich Alle Dinge, das Hier, das Dort und das Nicht hier und dort. ... Aus dem Kein-Ding ging also Alles hervor - ein spirituelles Ereignis, das völlig vereinbar, identisch ist mit dem, was eure Wissenschaftler die Theorie des Urknalls nennen.“ Erschaffung des MenschenWeiter heißt es in Lit. 48: „Der Teil Gottes, der die zweite Hälfte der Bin/Bin-Nicht-Gleichung bildet, explodierte ebenfalls zu einer unendlichen Anzahl von Einheiten, die kleiner sind als das Ganze. Diese Energieeinheiten im 'Reich des Himmels' würdet ihr Geistwesen nennen, Kinder Gottes. Mit dieser Teilung meiner selbst verfolgte ich das göttliche Ziel, mich selbst erfahrungsmäßig kennenzulernen. ... Und so gab ich allen meinen Geist-Kindern die gleiche Macht zu erschaffen, die ich als Ganzes besitze. Das meinen die Religionen, wenn sie sagen, dass ihr 'nach dem Ebenbilde Gottes' erschaffen seid. Unsere Essenz ist die gleiche. Wir SIND 'der selbe Stoff'!“Das Gott durch Teilung 'sich selbst erfahrungsmäßig kennenlernen' möchte, wird bei Lorber so ausgedrückt: „Da sprach die Liebe abermals: Lasset uns machen, dass sie sich erkennen, damit sie dann mich und durch mich auch dich erkennen mögen.“ Etwas einfacher und prosaischer, aber dafür genauer beschreibt diese Vorgänge das Geistwesen, das über den nur 17 Jahre jungen Erich Zimmermann als Tieftrancemedium zu dem katholischen Priester Johannes Greber sprach (s. „Medien“): „Christus ist der höchste Geist, den Gott erschaffen hat. Er ist in allem sein vollkommenstes Ebenbild, soweit ein geschaffener Geist überhaupt die Vollkommenheit des Schöpfers besitzen kann. Darum nennt ihn Paulus (Kol.1,15) zu Recht 'ein Ebenbild des unsichtbaren Gottes und der Erstgeborene der ganzen Schöpfung'“ (wie Paulus zu dieser Erkenntnis kam s. "Bibel"-Paulus). Bei Greber (und gemäß der Synopse von P. Michel [Lit. 8] sinngemäß bei anderen Mystikern) heißt es weiter: „Die ganze Geisterwelt außer Christus ist nicht eine direkte Schöpfung Gottes, sondern sie wurde durch Christus ins Leben gerufen. Es haben die himmlischen Wesen ihren himmlischen Leib Christus zu verdanken, während ihr Geist als von Gott kommend jedesmal von Gott aus mit dem himmlischen Körper vereinigt wurde. Die ganze Geisterwelt hat also den Grund ihres geist-leiblichen Daseins in Christus und ihren Geist von Gott ... So geht es ja auch mit dem irdischen Menschengeschlecht: Es hat den Grund seines Daseins in den Zeugenden, und ihr Geist wird ohne Mitwirkung der Zeugenden mit dem Körper vereinigt.“ Eigenartigerweise wusste das auch Paulus, Kol.1,16-17: „Denn in Christus ist alles geschaffen, was auf Erden und im Himmel ist. Er ist vor allen, und es besteht alles in ihm.“ (zur Diskussion der Offenbarungen an Paulus s. "Bibel"-"Paulus"). Weiter bei Greber: „Die durch Christus zur Gemeinschaft mit
ihm und zur Führung durch ihn erschaffene Geisterwelt war trotz
Verschiedenheit in ihrer Art zu einem wunderbaren lebendigen
Organismus vereinigt.“ Auch das wusste Paulus,
Röm.12,4-6: „Wir sind ein Leib in Christus“.
Das war und ist 'das Reich Gottes', das o.g. 'Reich des Himmels'. Das 'Reich
Gottes' zeigt sich durch Friede oder Stille in mir, es ist eine paradiesische Möglichkeit für die Menschheit, und es ist zugleich die Sphäre direkt um Christus und Gott, unsere ursprüngliche und zukünftige Heimat. Mystiker und Erwachte kennen diesen Zustand aus persönlicher Erfahrung (s. "Erwachte", "Mystiker").
zur Startseite | zur Startseite Wissenschaft Ganzfeldforschung Hirnforschung Materialismus Quantenphysik Reinkarnation Geistheiler Offenbarungen Erfahrungen Kant Erwachte Nahtoderfahrung Sterbende Christuserlebnisse Verstorbene Medien Mystiker Schöpfung Sündenfall Erlösung Christus Was also ist Seele? Was tun? Anhang Theologie Drewermann Bibelzitate Islam Drogen Nachworte Religion und Naturwissenschaft Glaubensweisen Gemeinsamkeiten aller Religionen |