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Inhalt:
1. Die physikalische Basis:
Mandelexperiment
Erkenntnisse
Erklärungsmodelle
Gültigkeitsbereiche
Materie
Dualität im Raum
Nichtlokalität
Nichtkausalität
Aktive Information
Übergangswahr-scheinlichkeiten
Virtuelle Zustände
Eigenschaften der Quantenobjekte
Ordnungsprinzipien
Ausschlussprinzip
Erhaltungssätze
Zusammenfassung
2. Folgerungen:
Evolution, Prä-darwinismus
Bewusstsein 1
Bewusstsein 2
Exozytose-Modell
Kategorien geistiger Wirkkräfte
Werte und Religion
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Die folgenden Texte beziehen sich i.w. auf zwei Bücher - "Versteckte Wirklichkeit" des Physikochemikers Lothar Schäfer [Lit.36] und - "Wie das Selbst sein Gehirn steuert" des Hirnforschers und Nobelpreisträgers John Eccles [Lit.40].
Hierzu drei generelle Vorbemerkungen:
1. Was hat die Quantenphysik mit Seele und Gott zu tun?
Viel mehr - wie Sie sehen werden - als die elektrischen und mechanischen Kräfte, die die Makrophysik unseres Alltags bestimmen. Denn hinter diesen materiellen Kräften hat die Quantenphysik weitere nicht-materielle Wirkkräfte entdeckt, die erstaunlicherweise sogar bewusstseins-ähnliche Qualitäten haben.
2. Wenn in diesem Text von "Geist" die Rede ist, dann ist immer die Gesamtheit immaterieller Wirkkräfte, also das allgemeine Gegenteil von Materie gemeint. "Geist" ist in diesem Text immer der unmessbare duale Gegenbereich zur materiellen Welt, die sich auf die messbaren Eigenschaften atomarer Teilchen gründet. Nach Schäfer ist "Geist ebenso wirklich wie die materielle Welt, aber unabhängig von ihr und fähig, auf sie einzuwirken". Nach dieser Definition gehören zu Geist, wie wir noch sehen werden, sowohl nicht-materielle Energien wie Bewusstsein.
3. Die Quantenphysik kann im religiösen Sinn weder einen Gottes- noch einen Seelenbeweis führen. Sie zeigt jedoch, dass Gott- und Seelen-ähnliche Wirkkräfte rudimentär bereits nachweisbar im quantischen und atomaren Bereich existieren. Insofern ist ihre gut begründete Hypothese für eine duale Welt aus Geist und Materie bereits eine Revolution unseres Zeitgeistes. Die Bedeutung, die diese Erkenntnis für uns hat, ergibt sich dann weiterhin aus Erfahrungen mit diversen geistigen Wirkkräften - d.h. parapsychologischen Phänomenen - die in anderen Kapiteln dieser Webseite beschrieben werden.
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Die Grundthese der klassischen Makro-Physik:
Nach ihr gehen alle Kräfte von den Teilchen aus. So erzeugt die Masse-Eigenschaft von Elektronen und Protonen die Gravitationskraft, ihre Ladungseigenschaften die elektrischen Kräfte und ihr Spin den Magnetismus. Die Vermittler dieser Kräfte sind ebenfalls Teilchen, z.B. die Photonen und die (postulierten) Gravitonen. Auch die überschüssige Gravitation im Kosmos wird auf Teilchen zurückgeführt, die sog. dunkle Materie, und ebenso muss es mit der dunklen Energie sein. Jede Kraft hat in diesem Materie-Konzept einen definierbaren Ausgangspunkt, d.h. eine Quelle mit einem Ort im Raum und mit messbaren Eigenschaften, die diese Kraft verursachen. Und alles geht letzten Endes auf einen Uranfang zurück.
Wirkkräfte, die nicht auf Teilchen beruhen, die keine lokalisierbare Quelle mit messbaren Eigenschaften haben und nicht auf Energie beruhen, solche Wirkkräfte wären immateriell. Sie sind in der Makrophysik unbekannt. Und weil die Makrophysik die Welt recht gut erklärt, und weil Energie nicht aus dem Nichts kommen kann, meinen die meisten Physiker, dass es immaterielle Wirkkräfte auch nicht geben kann. Zumindest nicht in dem Sinn, dass sie auf Materie wirken und im materiellen Geschehen etwas bewirken könnten.
Die Grundthese der Quantenphysik (Mikrophysik)
Kräfte, die auf Teilchen wirken, jedoch nicht mit Energie verbunden sind und nicht auf definierbaren Teilcheneigenschaften beruhen, sind in der Quantenphysik wohl bekannt. Beispiele sind das Ausschlussprinzip von Wolfgang Pauli, die vielzitierte und bekannte Quantenteleportation oder die aktive Information in Mehrwegeexperimenten (siehe weiter unten).
Hinzu kommt die irritierende Erkenntnis, dass Teilchen normalerweise - d.h. wenn sie nicht gemessen oder beobachtet werden - nicht die Form eines lokalisierbaren Kügelchens haben, sondern dass sie als ein unendlich ausgedehntes, schwingendes Wahrscheinlichkeitsfeld im gesamten Raum verschmiert sind. Viele meinen, dies sei nur eine theoretisch-mathematische Vorstellung. Aber das ist falsch, denn diese Wahrscheinlichkeitsfelder erzeugen unmittelbar Realität. Sie sind Realität! Allerdings für uns unvorstellbar. Aber jede Sekunde spürbar im ganz normalen Alltag.
Diese beiden Entdeckungen führen dazu, dass diejenigen Quantenphysiker, die gerne die Welt verstehen möchten, eher zu der sokratischen Haltung des "ich weiss, dass ich nichts weiss" tendieren und zugleich mystisch-medialen Phänomenen gegenüber viel offener sind als ihre öffentlichkeitswirksamen, mechanistisch denkenden Kollegen der Makrophysik, der Biologie und der Hirnforschung, die großenteils atheistisch denken. Heisenberg, Schrödinger, Pauli, Bohm, Eccles, Schäfer uvam. geben Beispiele für diese offene und nachdenkliche Haltung.
Kurzfassung.
Die quantenphysikalischen Experimente zeigen:
Die gesamte Wirklichkeit ist dual, sie zerfällt in zwei grundsätzlich verschiedene Wirklichkeiten. Jedes Materieteilchen (=jedes Quant) kann in zwei grundverschiedenen Zuständen existieren und erzeugt damit zwei Welten, die i.a. Aktualität und Potentialität genannt werden:
- Teilchen können die Form von Kügelchen annehmen und dabei messbare physikalische Eigenschaften zeigen (z.B. Ladung oder Masse). Sie erzeugen dadurch die uns gewohnte Raum-Zeit-Welt (i.F. mit dem üblichen Ausdruck Aktualität bezeichnet), und
- Teilchen können sich auch unserer Beobachtung entziehen in einen unmessbaren anderen Zustand, in dem ihre möglichen Eigenschaften als Wahrscheinlichkeitswellen im Raum verteilt sind (i.a. Potentialität genannt). Dabei sind sie ständig auf dem Sprung, sich bei Beobachtung sofort in die Aktualität zu begeben. Hierbei waltet ein Gesetz, die von Erwin Schrödinger entdeckte PSI-Funktion, die bei diesen Sprüngen aus der Potentialität in die Aktualität z.B. bei Elektronen gewisse zufällige Wahlfreiheiten zulässt bezüglich der messbaren Werte, die das Elektron dann in einem Atom- oder Molekülsystem annimmt.
Atomare Teilchen, Quanten, nehmen den einen oder anderen Zustand als Teilchen oder als Wahrscheinlichkeitswelle an, je nachdem ob sie beobachtet werden können oder nicht. Unser gesamter Kosmos, die Biosphäre und wir Menschen sind die Aktualität, die jedoch nur ein spezieller Fall der Gesamtwirklichkeit ist, etwa vergleichbar mit der beobachtbaren Spitze eines Eisbergs, oder mit einer Wolke aus kondensiertem Wasserdampf.
Beim Übergang von der Potentialiät zur Aktualität nehmen bestimmte energetisch gleichwertige messbare Eigenschaften (z.B. Spin oder Bahnneigungswinkel eines Elektrons) ihre dann aktuellen und stabilen Werte rein zufällig, jedoch mit einer errechen- bzw. vorhersagbaren Wahrscheinlichkeit an. Diese sogenannten 'Übergangswahrscheinlichkeiten' hängen von der Umgebung ab. Meist haben Übergangswahrscheinlichkeiten den Wert 1, d.h. ein bestimmter Wert muss sich einstellen. Oft jedoch stehen mehrere Werte zur Auswahl, wobei deren Übergangswahrscheinlichkeiten zu einer Begünstigung bestimmter Werte führen.
Schäfer sagt: Über die Aktualität (also z.B. über ein Experiment oder über ein im Aufbau befindliches Großmolekül, z.B. bei der Kopie einer DNS) gibt es in der Potentialität eine Information, ein Wissen über die Aktualität, und diese Information bewirkt die Eigenschaften bzw. das Verhalten der Teilchen (i.a. der Elektronen) bei ihrem Übergang in die Aktualität. Diese Quanteninformation wirkt energie-, ort- und zeitlos, nichtlokal im gesamten kosmischen Raum, hat keinen Informationsträger und keine lokalisierbare Quelle. Sie wirkt - anders als die materiellen physikalischen Kräfte - nicht in der Aktualität von Teilchen zu Teilchen, sondern im Übergang der dualen Welt der Potentialität in die Aktualität. Sie ist somit per definitionem eine immaterielle Wirkkraft. Schäfer vergleicht sie mit einem Gedanken im Bewusstsein.
Die von Erwin Schrödinger entdeckte Wahrscheinlichkeitsfunktion, die PSI-Funktion, kann dieses Verhalten modellieren. Sie hat sich in der Quantenmechanik und Quantenchemie zur Vorhersage der Strukturen von Molekülen ua. seit Jahrzehnten bewährt. Was tatsächlich abläuft und warum, das können wir nicht wissen, weil wir es nicht beobachten können.
Quantenphysik und Evolution/Mutation
Jedes atomare System, jedes Molekül der Aktualität ist die Aktualisierung von Werten seiner Möglichkeitswellen in der Potentialität. Schäfer sagt: "Wenn sich eine DNS teilt, geschieht dies aus Sicht der Quantenchemie so, dass die zweite DNS eine zweite Aktualisierung des selben Möglichkeitsmodells ist. Da in einer Ansammlung von Nucleotiden zahllose energetisch gleichwertige stabile Zustände existieren, von denen nur einer besetzt wird, während die anderen leer sind, können im Rahmen der für diese DNS typischen Übergangswahrscheinlichkeiten einzelne Elektronen in der neuen DNS zufällig andere Werte annehmen. Dies hat - ohne Verletzung der Energieerhaltungssätze! - lokale Differenzen zur ersten DNS zu Folge. Diese Differenzen sind nicht chaotisch zufällig, wie allgemein angenommen, sondern sie sind durch ihre spezifischen Übergangs-Wahrscheinlichkeiten vom Logos der Gesamtheit begünstigt, sozusagen gewollt. Die Beobachtung zeigt ja auch, wie überraschend schnell neue Arten entstehen können. Demnach sind wir Menschen nicht das Ergebnis "einer Folge von Irrtümern der Evolution", sondern einer Folge von Begünstigungen, die sich aus dem Wesen der Quantenzufälligkeit beim Übergang von der Potentialität in die Aktualität ergeben, d.h. aus dem Logos des Gesamtsystems." Die quantische Zufälligkeit bei der DNS-Kopie ist ein neues Mutagen, eine neue und zusätzliche Ursache für Mutationen und vielleicht sogar die wichtigste aller bekannten Ursachen.
Hierdurch entsteht eine grundätzlich neue Sichtweise der Evolution, die beide zur Zeit verfeindeten Vorstellungen vereinen kann. Der gewisse biologische Entwicklungen begünstigende "Logos des Gesamtsystems" (Schäfer) kann sowohl als materielle Gesetzmäßigkeit wie als gewollte Schöpfung interpretiert werden! Beides schließt sich nicht aus, sondern ergänzt sich. Die Arten und wir Menschen sind - quantenphysikalisch gesehen- nicht chaotisch zufällig sondern begünstigend zufällig entstanden, d.h. wir sind im Rahmen der äußeren Umstände die wahrscheinlichste aller möglichen Entwicklungen. Nicht nur, wie bekannt, aus Sicht der Selektion, sondern besonders auch aus Sicht der Mutation.
Quantenphysik und Geist/Bewusstsein
Nach Schäfer zeigen beide Zustandswelten, Aktualität und Potentialität, geist-ähnliche Aspekte:
Die Struktur unserer Welt ergibt sich wesentlich durch immaterielle Ordnungsprinzipien wie die Psi-Funktion, das Pauli-Prinzip (siehe unten), Information als Wirkkraft und die Erhaltungssätze (für Energie, Ladung, Masse usw.). Vieles deutet darauf hin, dass solche immateriellen Ordnungsprinzipien auch im biologischen Bereich wirksam sind, z.B. das "Überleben Wollen" der Gene, d.h. ihre Replikationsdynamik durch Kopie und Artenvielfalt, physikalisch bislang nicht erklärbar.
Weiter: In der Potentialität sind die Quantenobjekte nicht getrennt, sondern sie nehmen nichtlokal grundsätzlich den gesamten Raum ein und können im gesamten Raum auf ebenso nichtlokale, d.h. global gleichzeitig vorhandene Information reagieren. Die Potentialität hat damit laut Schäfer einen ganzheitlichen Aspekt. Weiterhin zeigt sie im Quantenzufall Aspekte von Spontaneität und Potentialität.
Ähnlich ist unser Bewusstsein charakterisiert durch
- Ganzheitlichkeit, - Information als Wirkkraft, - Spontaneität bzw. Freiheit, - Potentialität von Gedanken und - Nichtlokalisierbarkeit im Hirn. Möchte man Bewusstsein erklären, meint deshalb Schäfer, dann sei es vernünftig und realistisch, diese Analogien in die Hypothesen mit einzuschließen, anstatt sich nur allein auf messbare Physik und Chemie zu beschränken, wie es die moderne Hirnforschung mit ihren rudimentären Experimenten bislang vergeblich versucht (s. Startseite-"Hirnforschung").
Zusammenfassend kann man in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen der Quantenphysik und ohne Verletzung der Gesetze der Makrophysik folgende Hypothese erstellen:
Kosmos, Biosphäre und Hirn sind nicht chaotisch zufällig entstanden, sondern sie sind Begünstigungen von in der Potentialität gegründeten geistigen Wirkkräften, die in der Materie als immaterielle Ordnungsprinzipien und evtl. darüber hinaus in den Genen als immaterielle Überlebensprinzipien und im Menschen als immaterielles Selbst, d.i. als Bewusstsein, Intuition und innere Ich-Bewusstheit erkennbar sind. Noch pointierter meinen Schäfer und Andere: "Unsere Ich-Bewusstheit hat Teil an einem universellen Bewusstsein in der Potentialität." Das mythische Bild hierfür ist: Als reines Ich-Bewusstsein sind wir "Ebenbild Gottes". Die quantenphysikalisch begründete Weltsicht ist offen für die subjektiven Erfahrungen für die Dualität von Geist und Materie, sowie dafür, unsere Ich-Bewusstheit, das Ich der Seele, als so ganz anders und unsterblich anzunehmen, wie es sich aus den anderen Kapiteln dieser Webseite ergibt.
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Die Verwandtschaft von quantenphysikalischen Phänomenen und Geist/Bewusstsein zeigt der Quantenchemiker Schäfer vor allem an dem Which-way-Experiment von Leonard Mandel. Zur Beschreibung des Experiments von Mandel für interessierte Laien klicken Sie auf Mandel.
Zusammen mit zwei weiteren berühmten Experimenten, dem Doppelspalt- und dem EPR-Experiment, ergeben sich folgende Erkenntnise:
Experimentelle Erkenntnisse
- Alle Quantenobjekte bis hin zu Großmolekülen und Viren zeigen nachweislich eine Doppelnatur: Sie können als Teilchen, Atome oder Moleküle existieren mit messbaren physikalischen Eigenschaften, oder aber als Möglichkeitswellen für diese Eigenschaften. Es ist nicht so, wie oft fälschlich angenommen wird, dass die Möglichkeitswelle (die PSI-Funktion) nur ein mathematisches Modell sei, das Teilchen aber tatsächlich irgendwo als Teilchen existiert. Es ist vielmehr so, dass die Existenz als Möglichkeitswelle ein eigenes, komplementäres Sein ist, eine eigene Realität, ohne die die typischen quantenphysikalischen Effekte nicht verständlich sind. Der Nobelpreisträger Richard Feynman stellt dies in seinen berühmten "Vorlesungen über Quantenelektrodynamik (QED)", Piper 1999, anhand vieler Experimente überzeugend dar.
- Der Übergang von der Potentialität in die Aktualität, wird durch Information über das Szenario als Wirkursache geleitet. Information als Wirkursache gibt den Rahmen für die in diesem Augenblick aktualisierbaren Werte.
- Die Wahl eines Wertes aus diesem Rahmen, z.B. die Wahl des Erscheinungsortes auf einem Display, erfolgt spontan.
- Quantenobjekte zeigen sich als Teilchen, wenn wir wissen können (Schäfer), auf welchem Weg die Photonen den Apparat durchlaufen, andernfalls zeigen sie Beugungs-und Interferenzeffekte als Wahrscheinlichkeitswelle.
- Zwei verschränkte Teilchen (i.w. Quanten gleichen Ursprungs) an verschiedenen Orten wissen um den Zustand des Anderen. Wird der Zustand des Einen verändert, ändert sich der Zustand des Anderen zeitgleich und unabhängig von der Entfernung, als ob sie ein Ganzes wären. Es gibt das Phänomen der Ganzheit scheinbar lokal getrennter Teilchen.
- Quantensprünge: Quantische Strahlenemission und radioaktiver Zerfall geschehen als Einzelereignisse spontan und ohne uns bekannte Ursache. Sie sind aus unserer Sicht rein zufällig.
Quantenprozesse in der Potentialität können somit
nichtlokal, informationsgesteuert, ganzheitlich, und nichtkausal-spontan
sein.
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Hierzu gibt es einige
Erklärungsmodelle
- Kopenhagener Interpretation von 1927: Niels Bohr war Pragmatiker. Für ihn hat die Physik nicht die Aufgabe, das Wesen der Natur zu ergründen, sondern lediglich die, das Messbare durch mathematische Modelle zu unterstützen, um Vorhersagen für die praktische Anwendung zu erhalten. In dieser Hinsicht hat sich die Mathematik der PSI-Funktion seit Jahrzehnten tausendfach bewährt, z.B. in der Quantenelektrodynamik (QED), Quantenoptik, Quantenchemie und Nanophysik. Pragmatiker fragen nicht nach dem Wesen der Dinge, mit denen sie umgehen.
- Lotsenwellenmodell: Nach diesem Modell von David Bohm existiert zu jedem Teilchen eine nichtmaterielle Lotsenwelle, die die vor dem Teilchen liegende Situation mit Überlichtgeschwindigkeit erkundet und daraufhin das Teilchen mit einer unbekannten, neuartigen halbmateriellen Kraft zu einem angemessenen Verhalten zwingt. Diese Theorie ist falsifiziert und nicht mehr aktuell.
- Viele Welten-Theorie: Diese Theorie von Hugh Everett taucht immer wieder in Feuilletons und Science-Fiction-Romanen auf. Nach ihr werden diskrete Wahrscheinlichkeiten der PSI-Funktion so interpretiert, dass jede Möglichkeit realisiert wird, allerdings in jeweils einem anderen Universum. Entsprechend gibt es Aberbillionen von Universen, und in vielen dieser Universen gibt es Menschen, die über diese Dinge so nachdenken wie wir, vielleicht ein wenig anders, weil ihr Universum ein klein wenig anders aussieht als unseres. Diese Theorie liefert keine überprüfbaren Aussagen, hat also nur spekulativen Wert
- String-Theorien: Sie setzen hochdimensionale Räume (>10) voraus und liefern bis heute ebenfalls keine überprüfbare Aussagen.
- Duale Wechselwirkungstheorie: Diese Theorie geht auf Planck, Schrödinger und Heisenberg zurück und wurde von vielen anderen weiter entwickelt [Lit. 36,40-43]. Sie geht aus von den oben angedeuteten zwei Welten: der Aktualität und der Potentialität, die in einem dualen Wechselwirkungsverhältnis stehen, wie es das Mandelexperiment beispielhaft zeigt. Die Potentialität erhält Information aus der Aktualität und wirkt entsprechend beim Übergang in die Aktualität. Diese duale Theorie ist einfach, plausibel, und in der Lage, quantenphysikalische Phänomene zu erklären. Sie ist deshalb im Sinne des Erkenntnistheoretikers Karl Popper "wahrheitsähnlicher" als die Vorstellungen der klassischen Makrophysik und die anderen o.g. Modelle.
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Gültigkeitsbereiche der Quantenphysik
Es wird oft angenommen, dass die quantischen Phänomene im Bereich der Makrophysik und Chemie keine Rolle mehr spielen, weil sie sich statistisch ausmitteln. Dies ist meist richtig, denn wenn die Kohärenz der Möglichkeitswellen der Quanten eines Systems auf Grund seiner Größe nicht mehr gewährleistet ist, wird das Quantensystem "dekohärent" und "kollabiert" als messbares Objekt in die Aktualität. Es gibt jedoch wichtige Prozesse, bei denen dies nicht gilt:
- In der Hirnrinde (Kortex) arbeiten die Synapsen der neokortikalen Säulen quantisch, das bedeutet:
mit Wahrscheinlichkeiten. John Eccles und Friedrich Beck entwickelten 1992 ein Modell, wie die immaterielle Energie des bewussten Willens über Beeinflussung dieser quantischen Wahrscheinlichkeiten Hirnprozesse steuern könnte, ohne das Gesetz der Energieerhaltung zu verletzen [Lit. 40 Kap. 9, Lit. 41]. Näheres siehe unter "Exozytose" weiter unten oder hier.
- Schäfer S. 98: „Der Erfolg der Quantenchemie bei der zuverlässigen Berechnung der Eigenschaften von Molekülen unabhängig von ihrer Größe zeigt, dass alle Moleküle, ob groß oder klein, Quantensysteme sind.“ Somit hängt auch die Struktur der neuen DNS bei Befruchtung und Zellteilungen von berechenbaren quantischen Zufälligkeiten ab. Daraus könnte sich die hohe Erfolgsrate bei der quantisch-zufälligen Evolution/Mutation erklären (s. unter "Evolution").
- Das Selbe gilt bei der Zellteilung in den Organen und bei der Synthese von Eiweißmolekülen durch die DNS. Auch hierbei treten quantische Zufälligkeiten auf. So könnten z.B. Quanteneffekte als quantisch-transzendente Brücken bei geistig verursachten Krankheiten und Heilungen eine wichtige Rolle spielen.
Im Folgenden werden einige grundlegende Begriffe wie Materie, Kausalität, Information u.a. aus Sicht der Quantenphysik genauer beschrieben. Eilige Leser mögen gleich bei "Evolution" weiter lesen.
Materie
Solange ein Teilchen nicht beobachtet wird, kann man über seine Existenz keine Aussage machen. Es gibt nur "im Raum verteilte Möglichkeiten für Messresultate" (Heisenberg). Diese Wahrscheinlichkeiten sind für ein bestimmtes System (Atom, Molekül, Kristall) mathematisch definiert und vorhersagbar durch die PSI-Funktion von Schrödinger.
Beim Elektron betreffen die möglichen Messresultate die physikalischen Zustände Bahnmoment, Richtung des Bahnmoments und Richtung des Spinmoments. Die Amplitude der PSI-Funktion (genauer: ihr Quadrat) zeigt dann die Wahrscheinlichkeit dafür, ein Elektron mit bestimmten Werten dieser Eigenschaften an einem bestimmten Ort zu finden. Die PSI-Funktion beschreibt i.a. eine Art Wolke im Raum, die sich ins Unendliche verdünnt, manchmal auch nur einige diskrete Zustände, zum Beispiel im Mandelexperiment eine Wahrscheinlichkeit für den linken und eine für den rechten Weg. Ein Klick auf das nebenstehende Bild zeigt die zum Verständnis nötigen Kommentare. Heisenberg sagte: "Atome als einfache körperliche Gegenstände gibt es nicht. Die Wirklichkeit von Quantenobjekten liegt zwischen einer Idee von einem Ding und einem wirklichen Ding. Quantenobjekte sind eine Möglichkeit, eine Tendenz zum Sein".
Zusätzlich zeigt die Natur auch Ordnungsprinzipien, denen die Teilchen gehorchen, die jedoch nicht durch ihre physikalischen Eigenschaften erklärbar sind, z.B. das Ausschlussprinzip von Pauli. Hierzu unten mehr.
Ganzheitliche Dualität im Raum
In unserer Welt der Alltagserfahrung haben die „Etwase“, die wir Dinge nennen, einen Ort, Ortsveränderungen benötigen Zeit, und sie haben messbare Eigenschaften. Die Messbarkeit von Raum und Zeit wird ermöglicht durch die messbaren Eigenschaften der Dinge (Ausdehnung, Masse usw.). Wir sind daran gewöhnt, dass jedes Ding Raum benötigt, und dass die Dinge kompakt sind (wo ein Ding ist, kann kein anderes sein).
Nun ist der Raum, den die festen Dinge einnehmen, zu 99,99% im makrophysikalischen Sinn leer. Vergrößert man einen Atomkern auf Tennisballgröße, dann füllen seine Elektronenwolken den Raum des Kölner Doms! Und erst dahinter beginnen die Elektronenwolken des nächsten Atoms. Und auch als Teilchen sind die Elektronen keine festen Kügelchen, sondern sie sind eher variable Energiewirbel (Meyl) oder "Aktivitätszentren" (Ford, Turtur).
Teilchen und damit alle Dinge belegen also als Aktualität so gut wie keinen Platz im Raum. Und wenn sie als Wahrscheinlichkeitswelle in der Potentialität "verschmiert" sind, belegen sie den gesamten Raum und haben damit keinen Ort mehr. Aktualität und Potentialität sind einerseits physikalisch grundsätzlich verschiedene Welten, andererseits aber zugleich eine ganzheitliche, integrierte Dualität. Sie bilden eine Ganzheit im unendlichen Raum. Schäfer S. 120: „In den Beobachtungen der räumlichen und zeitlichen Nichtlokalität stoßen wir auf die Eigenschaft der Wirklichkeit, ein Ganzes zu sein.“ Diese Ganzheit der Wirklichkeit realisiert sich darin, „dass sich die unbeobachtbaren Prozesse, die einem in der Raumzeit beobachtbaren quantischen Vorgang unterliegen, außerhalb der Raumzeit abspielen“.
Nichtlokalität und Ganzheit
Nichtlokalität bedeutet nach Schäfer [Lit. 36, S. 56 ff], dass "etwas, das jetzt und sozusagen am anderen Ende des Universums geschieht, zeitlos sofort und überall, auch hier, einen unmittelbaren Einfluß haben kann ... Einflüsse sind in der Quantenwelt in einem Augenblick fernwirksam." Da die Dinge in der Potentialität also weder räumlich noch zeitlich getrennt sind, bilden sie eine Ganzheit: „Nichtlokalität bedeutet Ganzheit der Wirklichkeit an sich.“ Dies ist eine Anspielung auf Kant, denn in der Potentialität existieren die Dinge formlos und ohne messbare Eigenschaften, also im Sinne Kants 'an sich', bereit, sich blitzartig zu aktualisieren, wenn sie in der Aktualität als getrennte Dinge beobachtet werden, oder wenn in größeren atomaren Systemen die Kohärenz der Wahrscheinlichkeitswellen zerfällt (über die genauen Gründe für den Übergang aus der Potentialität in die Aktualität sind sich die Physiker noch uneins, das ist noch eines der großen Geheimnisse). Das Kant'sche Noumenon der 'Dinge an sich' ist im Sinne der Quantenphysik also kein metaphysisch Gedachtes, sondern ihm entspricht die physikalische Wirklichkeit der experimentell indirekt fassbaren anderen Realität der Potentialität.
Nichtkausalität
Die Phänomene des Quantensprungs (ein Elektron wechselt seine Umlaufebene und sendet ein Photon = Licht aus; das weiße Rauschen von Dioden o.a.) und des radioaktiven Zerfalls haben keine materielle Ursache, sie geschehen aus materieller Sicht rein zufällig, sie sind nichtkausal, allerdings statistisch geregelt durch die Gesetze einer Verteilungsfunktion, z.B. der Halbwertzeit. Ebenso nichtkausal zufällig ist die Aktualisierung möglicher energetisch gleichwertiger virtueller Zustände bei Mutationen (s.u.). Jedes einzelne dieser Phänomene ist für die Makrophysik ein echtes Wunder, denn es gibt keine Berührungskraft als Wirkursache. Dies falsifiziert das Grundprinzip des Materialismus, nach dem alles eine materielle Berührungskraft als Ursache hat und von dieser Ursache her erklärbar ist bzw. sein sollte.
Aber auch quantenphysikalisch sind sie rein zufällig in doppeltem Sinn: 1. liegen ihre möglichen Ursachen außerhalb unserer Erfahrungswelt, und 2. unterliegen sie klaren statistischen Gesetzen, z.B. der Halbwertszeit oder der Psi-Funktion. Allerdings wird die Wahrscheinlichkeit, mit der sich ein bestimmter Wert in der Aktualität zeigt, seine Übergangs-Wahrscheinlichkeit, durch Quanteninformation über die Umgebung beeinflusst. Als Realisierung von Möglichkeiten „sind Quantenzufälle transzendente physikalische Ereignisse. Ihre Wirkursachen sind Wahrscheinlichkeiten in der Potentialität.“ Da in diese jedoch Informationen über die Aktualität eingehen – Schäfer: sie „hängen von den Wahrscheinlichkeiten der beteiligten Zustände ab“ – können auch sonst wenig wahrscheinliche Zustände wahrscheinlicher werden. Die quantische Zufälligkeit wird also beeinflusst durch die momentane Struktur der Aktualität, durch den Rahmen, in dem etwas geschieht. Nicht das Ereignis selbst, sondern nur die Wahrscheinlichkeit seines Auftretens. Das könnte, wie wir noch sehen werden, die nicht-chaotischen, hierarchischen Prozesse der biologischen Evolution erklären.
Information als Wirkursache
Information ist ein Begriff der Nachrichtentechnik. Information besteht aus materiellen Zeichen oder Mustern, die von einem Sender ausgehen und bei einem Empfänger eine Wirkung erzeugen. Für Übertragung und Wirkung ist Energie nötig. Rein nachrichtentechnisch gesehen sind dies blinde Prozesse ohne Bedeutung. Bedeutung oder Sinn hat Information erst für den menschlichen Geist.
Dagegen zeigen das Mandel-Experiment ua., dass Quantenobjekte ein komplexes Szenario in seiner Bedeutung für Beobachtbarkeit "erkennen" und darauf "reagieren" können. Dabei gibt es keinen Sender, keinen Empfänger und keinen Energiefluss. Die Bedeutung entsteht sogar unabhängig von der physikalischen Gestaltung des Experiments! Es liegt eine energiefreie, unmittelbar wirkende sogenannte "aktive Information" vor, ein "aktives Wissen", dessen Wesen wir nicht kennen. Schäfer: „In informations-empfindlichen Systemen ist keine Energieübertragung nötig, um makroskopisch sichtbare Effekte hervorzurufen.“ Es gibt demnach „Kausalität durch aktive Information“. Dies ist eine bedeutsame Feststellung, denn Schäfer schreibt weiter [S. 61]: „In unserer Alltagswelt ist die Fähigkeit, auf die Bedeutung von Informationen zu reagieren, das Privileg eines Bewusstseins. Nun entdecken wir auch an der Wurzel der materiellen Wirklichkeit bewusstseinsartige Eigenschaften in Form eines nichtmateriellen, nichtenergetischen Prinzips: Information als effektive Wirkursache.“
Aktive Information ist keine Berührungskraft, sondern eine Bedeutungskraft jenseits von Mustern, Zeichen und technischen Elementen, eine direkte Wirkursache, ein ganzheitliches Wissen, das Aktualität und Potentialität umfasst (Mandel-, Doppelspalt-, EPR-Experimente).
Übergangswahrscheinlichkeiten
Die Schrödingersche Wellengleichung, die PSI-Funktion, ist ein mathematisches Modell für in der Potentialität real existierende Wahrscheinlichkeitswellen für die Möglichkeit, dass eine Eigenschaft eines Quantenobjekts sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort als messbare Größe realisiert. Ihre Lösungen sind "Übergangswahrscheinlichkeiten" von Potentialität in Aktualität. Diese Funktion drückt nicht eine statistische Unsicherheit hinsichtlich vieler möglicher unbekannter Wirkursachen aus, sondern sie ist ein mathematisches Modell einer eigenständig existierenden Wahrscheinlichkeitswelle, aus der sich einer von vielen möglichen, virtuell genannten Zuständen aktualisieren muss. Die Möglichkeitswellen eines Quantenobjekts können sprunghaft je nach Szenario andere Formen annehmen. Schäfer S. 106: "Die Übergangs-Wahrscheinlichkeiten hängen von den Wahrscheinlichkeiten der beteiligten Zustände ab." Dieser außerordentlich wichtige Satz wird uns im Abschnitt "Evolution" wieder begegnen.
Virtuelle Zustände
Ein Elektron kann sich in einem Atom auf verschiedenen energetischen Ebenen aufhalten und verschiedene physikalische Zustände annehmen (s.oben unter "Materie"). Diese möglichen Zustände sind virtuelle Realitäten, die "in einem molekularen Übergang betreten werden können" (Schäfer). Zum Beispiel kann sein Spin up oder down sein, oder es kann durch Ausstoß oder Aufnahme eines Photons auf eine andere Ebene wechseln, wenn diese Ebene frei und wenn das Atom unbeobachtet ist. Es ist auch so, dass die aktualen, physikalischen Zustände aller Elektronen einen Atoms unterschiedlich sein müssen (s. unten unter "Ausschlussprinzip"). Bei großen Moleküle (DNS, Proteine) gibt es oft viele energetisch gleichwertige virtuelle Zustände, die für die Molekülbindung Verwendung finden können, und die zufällig ausgewählt werden können. Allerdings sagt Schäfer: „Quantensprünge sind zwar zufällig, aber das gilt nicht für die Ordnung eines Zustands, auf dem ein Quantensprung landet.“ Die Ordnung, d.h. das Ergebnis eines Quantensprungs kann im Rahmen seiner Übergangswahrscheinlichkeit statistisch vorhergesagt werden.
Da jede Bindung zwischen Atomen dadurch geschieht, dass ihre Elektronen aus verschiedenen möglichen gemeinsamen Bahnen bestimmte Bahnen auswählen, ist jedes Molekül eine Realisierung zuvor möglicher, virtueller Zustände. Diese virtuellen Zustände liegen vor als „Wahrscheinlichkeitsfelder, aus deren Wechselwirkungen die Eigenschaften eines Moleküls entstehen“ (Schäfer S. 98 und 124): „Weil die sichtbare Ordnung des Universums der phänotypische Ausdruck der Quantenwirklichkeit (der Potentialität) ist, entspringt jeder Aspekt der erfahrbaren Wirklichkeit einem Zustandsparameter der Quantenwirklichkeit“. Jedes zufällige Quantenereignis ist die Realisierung einer virtuell bereits definierten Möglichkeit in Abhängigkeit der vorliegenden Aktualität.
Quantenobjekte der Potentialität sind somit durch folgende Eigenschaften charakterisiert:
Eigenschaften von Quantenobjekten
- Nichtlokalität: sie können über den gesamten Raum 'verschmiert' sein.
- Ganzheit: sie können voneinander "wissen".
- Spontaneität: Quantensprünge können ursachelos zufällig sein.
- Information als Wirkursache: es gibt Kausalität ohne Berührungskraft (siehe hierzu auch Materialismus.
- Übergangswahrscheinlichkeiten: das System, in dem ein Quantenobjekt aktualisiert, beeinflusst die Wahrscheinlichkeit der Werte, die es annehmen kann.
- Vorausplanung: die virtuellen Zustände sind ein Raster für alle möglichen Entwicklungen.
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Die Potentialität ist offensichtlich eine ganz andere Welt mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, und das Faszinierende ist, dass diese "andere Welt" ganz unmittelbar verwoben ist mit unserer Aktualität, wie zwei Seiten eines Blattes. Unsere Welt, in der alle Dinge getrennt erscheinen, in der auch wir uns als einzelne Körper getrennt von anderen erfahren, und in der lange Wirkungsketten mühsam Information von Einem zum Andern transportieren, diese unsere Welt ist nur ein Aspekt von Allem-was-ist. Der andere, ganzheitliche Aspekt ist eine unmittelbar darin "versteckte Wirklichkeit" (Schäfers Buchtitel), die auf vielerlei Weisen den Gang der Dinge bestimmt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Hierzu gehören auch die i.F. beschriebenen Ordnungsprinzipien der Natur.
Denn in unserer Aktualität können die atomaren Teilchen nicht all das tun, was sie auf Grund ihrer messbaren Eigenschaften gerne tun würden. Sie sind gewissen Ordnungsprinzipien unterworfen, und es ist eine viel zu wenig beachtete Tatsache, dass diese Ordnungsprinzipien eben deshalb, weil sie nicht durch die Eigenschaften der Teilchen erklärt werden können, nichtmaterieller und somit ganz allgemein "geistiger" Natur sind.
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Ordnungsprinzipien: geistige Wirkkräfte
Der Brockhaus und Wikipedia sagen: "Nach ihrem physikalischen Ursprung lassen sich alle Kräfte auf die mit den fundamentalen Wechselwirkungen verbundenen Grundkräfte zurückführen, zu denen die Gravitation, die elektromagnetische und die starke Wechselwirkung (einschließlich der Kernkräfte) sowie die schwache Wechselwirkung gehören." Das heißt: Alle Kräfte werden von den physikalischen, messbaren Eigenschaften der Teilchen verursacht, also wesentlich von Masse, Ladung und Magnetismus. Der Ausdruck "alle Kräfte" ist jedoch falsch!
Schlagen wir mit einem Hammer auf einen Nagel, dann dringt der Nagel nicht ins Eisen ein, sondern er zerreißt das Holz oder er verbiegt sich. Nun wissen wir, dass - wie bekannt - zwischen den Atomen eines Moleküls und sogar zwischen den Atomkernen und den ihn umgebenden Elektronen riesige Leerräume existieren. 99,99% des Raumes im Hammerkopf ist leer. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass beim Schlagen zwei Atomkerne oder zwei Elektronen von Hammer und Nagel aufeinander treffen. Neutrinos zum Beispiel fliegen aus dem Kosmos durch die Erdkugel hindurch, und nur ein winziger Bruchteil kollidiert dabei mit Teilchen der Erde. Wieso dringt der Nagel nicht wie Neutrinos in den Hammer? Und wieso fällt mein Laptop nicht durch die Tischplatte in die Erde hinein? Welche Kraft hindert ihn daran? Diese Kraft ist das von Wolfgang Pauli entdeckte
Ausschlussprinzip: Zwei Elektronen, die die selbe Orbitstruktur bzw. die selben Zustände haben, dürfen bzw. können nicht den selben Raum einnehmen. Da bereits die ersten Elektronen aller Atome alle den kugeligen Zustand "1,0,0" haben (s. oben bei "Materie"), können keine zwei Atomsysteme den selben Raum einnehmen. Wenn bei großer Nähe die Orbits ihrer Elektronen zusehr ineinander fließen, dann stoßen sie sich ab. Autos schieben die Luft beiseite, Nägel zerreißen Holz, Bohrer zerspanen Stahl usw. Diese Abstoßung äußert sich in einer unglaublich starken mechanischen Kraft. Sie wirkt so stark und so absolut, dass es kein physikalisches Maß für diese Kraft gibt. Sie ist da, und sie wirkt absolut unüberwindbar.
Was ist das Wesen dieser Kraft?
- Sie hat kein Feld und damit keine Elastizität, keine Entfernungsabhängigkeit. Sie wirkt ab einer bestimmten, nicht genau definierbaren Entfernung sofort und absolut.
- Sie ist keine Wechselwirkungskraft, sie beruht nicht auf dem Austausch von Quanten wie alle anderen Kräfte. Sie wir deshalb auch "Prinzip" genannt: Ausschlussprinzip.
- Sie beruht auf dem Orbitzustand der Elektronen, also auf ihrem Sein in der Potentialität als unendlich ausgedehnte Wahrscheinlichkeitswelle. Nirgends zeigt sich die wirkende Realität der Wahrscheinlichkeitswelle so real und für jedermann alltäglich spürbar wie in diesem Prinzip.
Aus diesen Gründen ist das Ausschlussprinzip keine materielle Kraft. Es wirkt zwar in der Materie, geht jedoch nicht von den wechselwirkenden Eigenschaften der Teilchen aus und wirkt nur in der Potentialität. Es ist eine den Quantenobjekten zugehörige Eigenschaft, die nicht messbar und damit nicht physikalisch und auch nicht erklärbar ist. Sie ist immateriell. Das Ausschlussprinzip ist nach Schäfer "ein rein geistiges Prinzip" und ein Beispiel dafür, dass "Geist ebenso wirklich ist wie die materielle Welt, aber unabhängig von ihr und fähig, auf sie einzuwirken".
Das Ausschlussprinzip ermöglicht die Individualität der Elektronen und Protonen, denn ein Zusammenfall würde zu Teilchen mit doppelter Masse und doppelter Ladung führen (bei Photonen ist das möglich). Die abgegrenzte Dinghaftigkeit der Atome und damit aller Dinge beruht auf diesem Prinzip, ebenso aber auch die Verschiedenartigkeit der chemischen Elemente und damit die Vielfalt der Welt. Schäfer: "Das Unvermögen von Atomen, gleichartige elektronische Zustände in ihrem System gelten zu lassen, ist die Grundlage für die sichtbare Ordnung der Wirklichkeit. Aus dem Pauli-Prinzip ergibt sich, dass ein (bei einer Molekülsynthese neu hinzukommendes) Elektron sozusagen weiß, welche Zustände besetzt sind und welche nicht. Es ist ein rein geistiges Prinzip." (Zitat Schäfer)
Die Erhaltungssätze, z.B. der Satz von der Erhaltung der Energie, sind ein weiteres Ordnungsprinzip. Im Teilchenzoo herrscht ein quirliger Gruppentanz von realen und virtuellen Teilchen. Quanten teilen sich fortwährend, sie haben keine Langzeitidentität. Ein Elektron hoher Energiestufe kann sich bei einem Quantensprung in drei virtuelle Photonen verwandeln, wovon zwei sich wieder in ein Elektron mit Ursprungsmasse und -ladung aber niedrigerer Energie verwandeln und eines in ein reales Photon mit der restlichen Energie. Dabei können die Erhaltungssätze für Energie, Masse und Ladung kurzzeitig übertreten werden, weil die Zeiträume so kurz sind, dass "es niemand wissen kann" (Schäfer). Über diese Kurzzeittransformationen hinweg gelten jedoch die stabilisierenden Erhaltungssätze. Bei diesen Umwandlungen sind die Teilchen - wie beim Ausschlussprinzip - nicht Träger der Erhaltungsprinzipien, sondern sozusagen ihre Opfer. Die Erhaltungssätze sind somit ein weiteres immaterielles, geistiges Prinzip.
Auch der Psi-Funktion bzw. den Übergangswahrscheinlichkeiten, die aus virtuellen Zuständen und raumzeitlichen Möglichkeiten die aktuale Realität herbeiführen, muß eine lenkende Kraft inhärent sein, eine Prinzip, sozusagen das "PSI-Prinzip", das nichts mit den bekannten physikalischen Kräften zu tun hat.
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Alle diese Ordnungsprinzipien sind nicht ableitbar aus den messbaren Eigenschaften der Quanten, sondern sie garantieren ihre für uns erfahrbare Realität. Sie lassen sich mathematisch auf Symmetrien und Antisymmetrien zurückführen (Wikipedia). Dieses "Noether-Theorem" kann somit als ein erster Ansatz für eine meta-physikalische Theorie geistiger Wirkkräfte angesehen werden. Es erscheint sinnvoll, aus dieser Sicht die Welt geistiger Wirkkräfte als ebenso komplex anzunehmen wie unsere Welt materieller Teilchen und ihrer Wechselwirkungskräfte.
Die folgende Tabelle fasst das Wesentliche des bislang Gesagten zusammen:
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Aktualität |
Potentialität |
| Zustände | messbar, sinnlich erfahrbar | unmessbare, virtuelle Wahrscheinlichkeitswellen
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| Seinsform | Raumzeitlich getrennte Systeme | Formlosigkeit, Nichtlokalität, Ganzheitlichkeit |
| Wirkungen | durch Feld- oder Berührungskräfte | aktive Information, nichtlokales Wissen, Ordnungsprinzipien |
| Kausalität | Grundsätzlich wissbare Wirkungs-ketten ab Urknall | ursächlich unbekannte, spontane Zufälligkeit und nichtlokales Wissen |
| Determination | Im nicht-chaotischen Makrobereich sind Entwicklungen grundsätzlich vorhersehbar. | Mögliche Entwicklungen sind als virtuelle Zustände vorgegeben, ihre Realisierungen sind berechenbar wahrscheinlich. |
| Lokalität | Objekte sind klar lokalisierbar |
Im Raum „verschmierte“ Wahrscheinlichkeitswellen |
| Transzendenz | 1. In P existiert aktive Information über A (Mandel-Experiment) 2. Übergangswahrscheinlichkeiten regeln Aktualisierungen von P nach A.
3. Ordnungsprinzipien in A wirken immateriell und gehören damit zu P. |
| . | Nichtlokalität: Quantenobjekte sind überall zugleich, räumlich und zeitlich Aktive Information ist überall zugleich, zeitlos und ohne Trägerenergie. Übergangswahrscheinlichkeiten regeln die Aktualisierung in unsere Erscheinungswelt. Virtuelle Zustände sind ein quantisches Raster möglicher Messwerte. |
Schäfer fasst dies so zusammen: "Der Eindruck ist unvermeidlich, daß die Quantenwirklichkeit die Eigenschaften einer anderen Wirklichkeit transzendent offenbart. Auf der Ebene der Elementarteilchen werden ideenähnliche Zustände masseähnlich. Das Wort ist Fleisch geworden. Was immer König Midas berührte, wurde zu Gold. Was wir berühren bzw. beobachten, verwandelt sich in Materie. Die Botschaft der Physik des 20. Jahrhunderts ist die, daß die erfahrbare Wirklichkeit an ihren Grenzen nicht im Nichts vergeht, sondern ins Metaphysische übergeht. Physikalische Wirklichkeit grenzt an metaphysische Wirklichkeit. Und genauso wie metaphysische Wesenheiten (Quantenobjekte und Prinzipien) die physikalische Wirklichkeit bilden, so bilden sie über anscheinend leblose Atome Lebewesen und über anscheinend geistlose Moleküle intelligente Gehirne."
Evolution, Prädarwinismus
Schäfer beschäftigt sich in Lit. 36 ausführlich mit dem Problem der Zufälligkeit von Mutationen und ihren quantenmechanischen Aspekten (alle Zitate ab S. 97): "Unter dem sichtbaren Teil jedes Moleküls liegt eine Quantenstruktur mit unzähligen leeren, nicht sichtbaren virtuellen Zuständen. Ganz einfach indem wir unsere Betrachtungsweise ändern, können wir ein neues Verständnis für Lebewesen und ihr Verhalten entwickeln." Wie geht das?
Aus Sicht der Quantenphysik sind identische Gene, also die Vererbung, „keine Kopien, sondern wiederholte Aktualisierungen des gleichen Quantenzustands“.
Für hierbei auftretende quantische Mutationen bedeutet das:
1. Quantische Mutationen sind zufällig, wie die Theorie es verlangt.
Ihr Erscheinen hat aus unserer Sicht grundsätzlich keine Ursache.
2. Quantische Mutationen haben eine berechenbare Übergangswahrscheinlichkeit.
Die Übergangswahrscheinlichkeit ist keineswegs an allen Stellen der DNS gleich.
3. Quantische Mutationen haben voraussehbare Ergebnisse.
Sie sind Realisierungen virtueller Zustände und keineswegs chaotisch.
Ausgehend von der DNS einer bestimmten Entwicklungsstufe gibt es wegen 2.und 3. voraussehbare Folgemutationen, die wahrscheinlicher sind als andere, sowohl hinsichtlich der Mutationsstelle wie des Ergebnisses. Wir Menschen sind also nicht "ein Folge von Irrtümern", sondern die Evolution folgt quantenstatistisch zwangsläufig einer Kette von Begünstigungen!
Tatsache ist: Es entsteht immer wieder schnell Neues, das in ein Gesamtszenario passt und selektionsfähig ist. Schäfer schreibt deshalb [S. 106]: „Die komplexe Ordnung der Biosphäre entsteht nicht aus dem Chaos und nicht aus dem Nichts, sondern aus der Aktualisierung von Ordnungsmustern virtueller Quantenzustände, die schon in der Quantenstruktur der DNS-Moleküle enthalten und von den Bedingungen des Systems bestimmt sind, bevor sie in einem Übergang realisiert werden. Spontane Mutationen können eine Richtung haben, weil Übergänge zwischen Quantenzuständen von Übergangswahrscheinlichkeiten geregelt werden, die von den Wellenfunktionen der beteiligten Zustände abhängen. Aus den Unterschieden in Übergangs-Wahrscheinlichkeiten ergeben sich für gewisse Zustände Begünstigungen. Es liegt auf der Hand, dass die Quantenzustände, die an einer Mutation beteiligt sind, einen Einfluss darauf haben müssen, wie sich Mutationen ereignen, und weshalb Mutationen an manchen Stellen der DNS häufiger stattfinden als an anderen. Dies führt zu einer Art Auslese bereits vor der Mutation und vor dem Prozess der natürlichen Selektion. Man kann diesen Prozess Quantenauslese nennen.“ Diese Theorie wird deshalb auch "Prädarwinismus" genannt.
Wenn wir in diesen Prozess eingreifen und durch Bestrahlung oder Chemie pseudozufällige Mutationen hervorrufen wie in den jahrzehntelang erfolglosen Drosophila-Experimenten (siehe www.genesisnet.info) oder bei Strahlungsschäden, dann zerstören wir durch diesen Eingriff die Basis für gerichtete Quantensprünge und dürfen uns nicht wundern, wenn diese Mutationen chaotisch sind und auch bei zigtausenden von Drosophila-Generationen oder Strahlenopfern nur letale Mutanten oder einfache Genvariationen entstehen. Dagegen entstehen überlebensfähige Mutanten und neue Arten mit neuartigen Genen immer wieder überraschend schnell. Es ist ganz offensichtlich so, dass die begünstigende Quantenauslese das evolutionäre Geschehen wesentlich besser vorantreibt als die chaotische Zufälligkeit von Laborexperimenten. Evolutionär wirksame Mutation ist ein ganzheitliches Phänomen, und hierfür bietet die Quantenphysik eine tragfähige Erklärungsbasis.
Tatsache ist: Die Quantenzufälligkeit reagiert auf die Realität in einer Weise, die sich durch die Jahrmillionen hindurch als ein Prozess fortwährender Zunahme biologischer Komplexität und geistiger Bewusstheit zeigt. Schäfer [S. 109]: „Der Zufall in der Evolution ist eine Form der Auswahl. Quantensprünge sind zufällig, aber die Ordnung, die sie offenbaren, ist es nicht. Nicht der Zufall erschafft, was er offen legt – erschaffen wird es durch die Logik des Universums“, mit den Werkzeugen nichtlokaler Information und deren Wirkung auf Übergangswahrscheinlichkeiten. „Die Komplexität einer Art ist eine Eigenschaft der beteiligten Quantenzustände. Quantenzustände sind sozusagen die Gene der Wirklichkeit. Aus der Annahme einer virtuellen Ordnung des Universums kann man schließen, dass die Entwicklung des Lebens unvermeidlich war. Aus der Quantenperspektive sind die Gene Vehikel, durch die die Informationen einer tieferen Ordnung an uns weitgegeben werden. Durch die Gene kann sich die virtuelle Ordnung der Quantenwelt in der materiellen Welt verwirklichen.“
Diese "Logik des Universums" ermöglicht durch die Gene eine neue Wirkkraft: das "Überleben und Replizieren Wollen". Selbst entschiedene Materialisten wie Monod, Crick oder Dawkins sowie viele biologische Lehrbücher beschreiben dieses Prinzip, um das Wunder der genetischen Prägung unseres Lebens zu betonen. Aber dieses Überlebensprinzip kann nicht allein aus den physikalisch-chemischen Eigenschaften der Materie abgeleitet werden. Entweder ist es eine Folge der Virtuellen Zustände und ihrer Begünstigungen in der Evolution, also der "Logik des Universums", oder es ist ein weiteres immaterielles, ein weiteres geistiges Ordnungsprinzip, das über die Gene seine Wirkung als "Lebenskraft" entfaltet.
Mit der Entwicklung des Hirns erreichte die Evolution dann eine weitere Ebene, in der wiederum andere und neue Ordnungskräfte in der Aktualität wirksam werden können: die Prinzipien des menschlichen Geistes. Schäfer meint: „Einige Wellenformen der Quantenrealität finden in materiellen Zuständen ihren Ausdruck, andere in Prinzipien, die in Zuständen unseres Bewusstseins zum Ausdruck kommen.“ Damit sind wir beim Thema Geist aus Sicht der Quantenphysik.
Bewusstsein
Teilchen und Atome in der Aktualität haben keine Psyche, sie können nur mechanisch und ziellos auf Berührungskräfte reagieren. Da sie in der gängigen materialistischen Vorstellung die Basis alles Seienden sind, sind sie auch die Basis unseres Geistes: "Kein Geist ohne Hirn", ist der Kampfruf des materialistischen Hirnforschers Gerhard Roth. Die Hirnforschung weiß immer besser, welche Hirnteile bei bestimmten geistigen Tätigkeiten beteiligt und aktiv sind und ist sich deshalb gewiss, dass hier Geist "produziert" wird. In welcher Weise aber diese elektrochemische Aktivität so etwas wie Erkenntnis, Wille, Wünsche oder gar Bewusstsein hervorbringen könnte, das ist auch den Verfassern des Frankfurter Manifests (s. Startseite-"Hirnforschung") noch vollkommen unklar. Bis heute ist trotz aller Anstrengung noch kein Ansatz, keine Hypothese bekannt, die auf physikalisch-chemischer Basis bewusstseinsähnliche Funktionen auch nur als Konzept erklären könnte (s. Wikipedia).
Trotzdem scheint es ein zwingendes Kriterium für die materialistische Hypothese "Kein Geist ohne Hirn" zu geben: Zur Beeinflussung von Hirnprozessen ist Energie nötig, z.B. zur Schaltung von Synapsen, und diese Energie kann wegen der Erhaltungssätze nicht aus dem Nichts kommen. Nur materielle Prozesse liefern diese Energie, ihre Summe ist seit dem Urknall gleich, und sie wird ständig und auch im Hirn nur umgeformt. Also kann jede geistige Energie nur materielle Energie sein.
Dagegen nun hat das duale Geist-Materie-Weltbild folgende Argumente:
- Durch Quantenprozesse erzeugt die DNS in der Biosphäre fortwährend Neues im Rahmen der quantenmechanisch berechenbaren universalen Logik der Evolution, und in diesen Quantenprozessen wirken die Erhaltungssätze nicht. Insofern ist es vernünftig nachzuforschen, ob es im Hirn Stellen gibt, wo über quantische Schaltungen Hirnprozesse energiefrei beeinflusst werden können.
- Hierzu erstellten J. Eccles und F. Beck 1992 ein Modell für Synapsenschaltungen auf quantenmechanischer Basis. Gemäß dieser detailliert ausgearbeiteten Hypothese kann die Potentialität auf materielle Hirnprozesse energiefrei einwirken (siehe Exozytose-Modell).
- Die Eigenschaften der Potentialität sind dermaßen konform mit manchen Eigenschaften des Bewusstseins, das es logischer und vernünftiger erscheint, Bewusstsein auf dieser Basis zu erklären als auf der Basis materieller Teilchen. Bewusstseinsartig sind nach Schäfer (S. 118) folgende Eigenschaften der Potentialität:
Bewusstsein und Potentialität
- Information als Wirkursache;
- die Ganzheitlichkeit von Quantensystemen und Bewusstheit;
- die Spontaneität von Quantensprüngen und von Bewusstseinsakten;
- die Nichtkausalität von Quantensprüngen und von Bewusstseinsakten (die Gründe für begründete Bewusstseinsakte liegen im Bewusstsein selbst, so wie auch die Gründe für Quantensprünge für uns verborgen in der Potentialität liegen);
- die Verwandtschaft von Virtuellen Zuständen und Ideen/Gedanken: Gedanken sind Möglichkeiten für Realität;
- die Übergangswahrscheinlichkeit von Virtuellen Zuständen und von Gedanken (Entscheidungen orientieren sich an äußeren Gegebenheiten);
- nicht nur Energie und physische Kraft, sondern auch immaterielle, geistige Ordnungsprinzipien bestimmen wesentlich die sichtbare Ordnung des Universums, so wie auch alle Kreationen des Menschen aus seinem Geist entstehen.
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Es ist wegen dieser Ähnlichkeiten keineswegs verwegen, sondern es erscheint im Gegenteil sehr vernünftig, das uralte Geist-Körper-Problem aus der Perspektive der Quantenphysik zu betrachten. Schäfer S. 123: „Die Prozesse des Geistes sind den nichtlokalen physikalischen Phänomenen ähnlich: Eine unbewußte Wirklichkeit steht in direkter Wechselwirkung mit der bewußten Wirklichkeit.“
Eccles sagt bei der Kommentierung seines Exozytose-Modells weiter: "Man kann davon ausgehen, dass alle Säuger eine gewisse bewusste Kontrolle über ihre Handlungen und einige bewusste Erfahrungen haben". Dies könnte ihr zielgerichtetes Verhalten, ihre Teleonomie, erklären, denn Teleonomie ist durch physikalisch-chemische Reiz-Reaktions-Automatismen nur schwer erklärbar. Schäfer sagt ähnlich: "Entsprechend der höheren Komplexität nutzen intelligente Strukturen Informationen systematisch und zielbewußt". Diese Bemerkungen sind insofern interessant als immer wieder die kritische Frage gestellt wird, ab wann die Seele im Laufe der Evolution zu welchem Homo hinzu kommt. Die Antwort heißt: Schrittweise, da wir annehmen können, dass es nicht nur die menschliche Form von Bewusstheit gibt, sondern dass auch in der geistigen Welt der Potentialität Entwicklungsprozesse stattfinden und Formenreichtum existiert. Die weiteren Kapitel dieser Webseite liefern weitere Indizien für diese Hypothese.
Auch die umgekehrte Überlegung erscheint vernünftig. Schäfer S. 122f: „Weil die nichtlokale Ganzheit (die Potentialität) Alles-was-ist, auch unser eigenes Bewusstsein, in sich einschließt, ist der Schluss erlaubt, dass Bewusstsein eine Eigenschaft der 'Wirklichkeit an sich' ist. Der Hintergrund der sichtbaren Wirklichkeit ist bewusstseinsartig.“
Kategorien geistiger Wirkkräfte
Darauf aufbauend zeigen sich geistige Wirkkräfte in fünf Kategorien. Diese Prinzipien sind nicht reduzierbar auf materielle Eigenschaften, sondern es sind der Materie übergeordnete Prinzipien. Sie zwingen die Materie sozusagen von außen, sich nach ihrem Gesetz zu verhalten. Ohne diese Prinzipien, nur aus den messbaren Eigenschaften der materiellen Teilchen selbst, könnte unsere Welt nicht existieren.
- Heisenberg-Ebene: In der Potentialität, dem sogenannten Heisenbergzustand, herrschen aus Sicht der Quantenphysik Ganzheitlichkeit, Spontaneität, Information und Wahrscheinlichkeit.
- Quanten-Ebene: In der Aktualität wären die Teilchen allein aus ihren materiellen Eigenschaften heraus, ohne die geistigen Ordnungsprinzipien, niemals in der Lage, die Strukturen unserer dinglichen Welt aufzubauen. Die Dualität, das Zusammenwirken, von Prinzipien (Pauli, Erhaltung, PSI) und Materie unter dem Primat der Prinzipien ist offensichtlich.
- Genetische Ebene: Das grundlegende Lebensprinzip, das die Biosphäre von der mineralische Sphäre unterscheidet, ist das "Überleben und Replizieren Wollen" der Gene. Physikalisch-chemisch gesehen ist dafür noch keine Erklärung gefunden worden. So gibt es Grund zur Annahme, dass auch hier ein geistiges Ordnungsprinzip materiell walten könnte. In den chemischen Elementen bis hinauf zu den Aminosäuren ist das Prinzip noch nicht zu erkennen. Erst in den Genen kann es wirksam werden. Wie und warum das genau funktioniert, das wissen wir bei keinem dieser Ordnungsprinzipien.
- Hirn-Ebene: Die von allen Reiz-Reaktionsmechanismen und gedanklich-emotionalen Identifikationen freie ICH-Bewusstheit können wir nicht vernünftiger einordnen denn als ein geistiges Ordnungsprinzip. ICH BIN ein Ordnungsprinzip. Als solches bin ich eigenständig, jedoch benötige ich in unserer materiellen Welt mein Hirn so wie das Überleben-Wollen die Gene und wie die quantischen Ordnungsprinzipien der Quanten bedürfen, um in der Aktualität wirksam zu werden.
- Kosmische Ebene: Fragen wir nach Quelle oder Träger der sich in der materiellen Welt aktualisierenden Ordnungsprinzipien bis hin zur ICH-Bewusstheit, dann müssen wir einen kosmischen Geist postulieren, einen Logos, der der Substanz in beiden dualen Zustandswelten seine Ordnungsprinzipien aufprägt, und von dem wir uns kein Bildnis machen sollen, weil jedes Bildnis falsch wäre (s.u. KN-Prinzip). Dieses Postulat lässt sich nur dann vermeiden, wenn man die Materie selbst ,also die Teilchen, als Quelle ansieht. Aber gerade das verbietet uns die physikalisch sichere Erkenntnis eigenständiger Ordnungsprinzipien auf den ersten drei Ebenen, sowie die vernünftig, intuitiv und parapsychologisch begründbare Erkenntnis (s. die anderen Kapitel dieser Webseite) der Nicht-Materialität unserer ICH-Bewusstheit.
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Hierzu sind noch einige Zitate von Schäfer zweckmäßig:
Zunächst eine mögliche Erklärung für außersinnliche Erfahrungen: „Wenn der kosmische Bewusstseinsprozess wirklich außerhalb der Raumzeit abläuft und mit unserem eigenen Bewusstsein verbunden ist, dann könnte das bedeuten, dass auch unser eigenes Bewusstsein an Prozessen außerhalb der Raumzeit teilnehmen kann und von ihnen beeinflusst wird.“
Weiter [S. 122]: „Weil wir mit allen unseren Eigenschaften aus der kosmischen Ganzheit hervorgegangen und ein Teil von ihr sind, weil insbesondere unser Bewusstsein der Ganzheit der Wirklichkeit entsprungen und ein Teil des Ganzen ist, können wir folgern, dass das Universum selbst ein Bewusstsein hat.“ Hierzu zitiert Schäfer das KN-Prinzip von Kafatos und Nadeau [Lit. 37]: „Eigenschaften der erfahrbaren Wirklichkeit sind Manifestationen von Eigenschaften der noumenalen Ganzheit, weil die Ersteren aus den Letzteren hervorgegangen und ein Teil der Ganzheit sind ... Was uns dieser Gesichtspunkt unserer Meinung nach erlaubt ist die 'verlässliche Annahme', dass das Universum ein Bewusstsein hat, wobei es sehr wichtig ist, darauf hinzuweisen, dass man dies nicht 'beweisen' kann.“ Dies wäre ein quantenphysikalischer Gottesbeweis, aber der letzte Halbsatz ist leider nötig, weil Kafatos und Nadeau nicht als Esoteriker gebrandmarkt sondern weiterhin als Wissenschaftler von den Kollegen ernst genommen werden wollen.
Diese Ansicht widerspricht natürlich zutiefst dem Materialismus und allen mit ihm sympatisierenden Vorstellungen. Schäfer [S. 123]: „Wir dürfen und sollten diese Botschaft aus der Quantenwelt aber trotzdem akzeptieren, denn sie steht nicht im Gegensatz zu den beobachteten Fakten der Naturwissenschaften und ist logisch nicht fehlerhaft; ja, die uns bekannten Tatsachen legen sie sogar nahe und sie ist vielleicht noch schlüssiger als ihr Gegenteil.“
Werte und Religion
Es würde den Rahmen sprengen, Schäfers Gedanken zur Ethik ausführlich darzustellen. Sein Buch ist bezahlbar und gut zu lesen. Die seit jeher zentrale Frage: Wie erhalten wir - aus Sicht der Quantenphysik - ethische Werte mit Autorität und allgemeiner Verbindlichkeit? soll aber doch kurz Antwort erhalten.
Nach Schäfer sind die ethischen Werte Ausdruck des Logos, des ganzheitlichen Ordnungsprinzips in der Potentialität. Wir sind uns ihrer deshalb gewiss, weil sie zum Grundprinzip der Bewusstseinseigenschaften von Potentialität gehören. Schäfer vergleicht dies mit den Gewissheiten der epistemischen (Erkenntnis-) Prinzipien (S. 135): „Dadurch, dass der sich selbst bewusste Geist eine Fortsetzung des geistähnlichen Hintergrundes der Wirklichkeit ist, gibt er den epistemischen Prinzipien Gewissheit und den ethischen Prinzipien Autorität.“ Diese ganzheitliche Sicht ist im guten Sinne sokratisch: „In Harmonie mit dem Wesen der Dinge zu leben ist Voraussetzung für ein tugendhaftes Leben.“
Schäfer: „Das Bemühen, die Prinzipien des Geistes und der kosmischen Ordnung als Richtlinien für das persönliche Leben zu achten schließt einen Bund mit dem geistähnlichen Hintergrund der Wirklichkeit und ermöglicht ein Leben in Harmonie mit der inneren Natur des Universums. Wenn wir alles im Bewusstsein einer Bestimmung tun, mit Verantwortung gegenüber einer transzendenten Ordnung, dann können wir mit Würde leben.“
Diese ganzheitliche Sicht ist zutiefst religiös, denn es liegt nahe, den Ausdruck „Fortsetzung des geistähnlichen Hintergrundes der Wirklichkeit“ durch „Ebenbild Gottes“ zu ersetzen. Das Letztere erfordert Glauben an eine mythisch überlieferte Offenbarung, das Erstere ermöglicht ein dem rationalen Denken angemessens Verständnis auf der Basis der Quantenphysik: Die Fähigkeit des Geistes, sich ganzheitlich zu verhalten, ist Ausdruck der ganzheitlichen, nichtlokalen Potentialität, die die Tendenz zeigt, sich auch in der Aktualität der Getrennheit als Ganzes wiederzufinden. Die Weigerung eines Menschen, sich der Ganzheit bewusst zu sein und sich statt dessen in der dinglichen Welt der Getrenntheit zu verlieren ist Sünde im Sinne von Absonderung. Und die Möglichkeiten, das Ganzheitsbewusstsein zurückzugewinnen, bilden die Erlösung, die Rückführung und Einbindung in den ganzheitlichen Logos der Potentialität, in das Reich Gottes.
In ihrem trennenden und abgrenzenden Denken sind sowohl die Theologien wie die materialistische Wissenschaft zur Zeit noch vorwiegend im Diesseits der Aktualität gefangen. Dagegen liegt die Zukunft - Kulturphilosophen wie Jean Gebser, Ken Wilber oder Teilhard de Chardin haben dies eindringlich beschrieben - im integralen, also ganzheitlichen Bewusstsein. Folgerichtig wird eines Tages die Mainstreamwissenschaft ihren durch die Quantenphysik heute bereits falsifizierten Materialismus abstreifen und die Religionen ihre Fixierungen auf heilige Bücher und Dogmen. Denn nur so können Glauben und Wissen ein integrales Ganzes bilden. Aber das wird noch eine Weile dauern. Aus Sicht der Quantenphysik erreichen dann die Prozesse von Involution (die ganzheitliche Potentialität verliert sich in der Vielfalt der getrennten Dinge) und Evolution (das universelle Bewusstsein durchdringt die Getrenntheit und führt sie zur Ganzheit zurück) ein Ende, ein von Teilhard de Chardin Punkt Omega genanntes Ziel. Und das wird, so wie die Welt heute ausschaut, auch im Jahr 2011 mit dem Ende des Maya-Kalenders noch nicht erreicht sein. Wenn nach dem Punkt Omega irgendwann die Rückbildung der dann unnützen Aktualität beginnt, der jahrmilliardenlange Rückbau der Biosphäre und des Kosmos, dann rührt das den Ich-bewussten Geist nicht, denn er hat seinen Gang beendet, seine Heimat ist seine Quelle: Potentialität, die Welt des Geistes, und JHWH, der ICH BIN, Gott, der Logos, das universelle Bewusstsein.
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