Islam





zur Startseite

zum Autor
zur Literatur
zu Drucktexten

Inhalt:
Wer ist Prophet?
Das Siegel der Propheten
Mohammeds Offenbarung
Ist der Koran von Gott?
Vom Sinn des Lebens


Aus Sicht des Islam sind alle heutigen Offenbarungen vom Satan.
Da Mohammed der "letzte Prophet Gottes" ist, muss das so sein.
Ist Mohammed aber wirklich der letzte Prophet Gottes?
Und ist wirklich nur der Koran "von Gott"?

Wenn der Koran von Gott ist, dann gilt er allen Menschen. Und wenn Mohammed der letzte Prophet Gottes ist, dann ist der Koran für religiös suchende Menschen die wichtigste religiöse Botschaft überhaupt. Wenn ...

Wer ist Prophet?

Propheten verkünden eine zuvor als Vision, Audition oder Intuition vernommene Botschaft Gottes. Als Propheten gelten:

- im Judentum Moses und die Propheten Jesaia, Jeremia, Hesekiel, Jonas, Elias ua.,

- im Christentum zusätzlich Johannes der Täufer. Jesus verkündete nicht eine zuvor innerlich vernommene Botschaft Gottes, Jesus war kein Sprachrohr Gottes wie die Propheten des Judentums oder wie Mohammed, sondern er predigte aus eigener Vollmacht, also aus eigenem Verständnis, gepaart mit visionärer Hellsichtigkeit. Seine Jünger nannten ihn Rabbi, Herr oder Meister.

- im Islam Mohammed und Adam, Noah, Abraham, Isaak, Jakob, Joseph, Mose, Aaron, Jona, Elia, David, Salomo, Esra und Jesus (Quelle: Hans Küng, "Der Islam"). Nach anderen Quellen werden noch zugerechnet Henoch, Ismael, Hiob, Zacharias, Johannes d. Täufer und die arabischen Heiligen Hud, Salih und Khadir.
Mohammed gilt als der Letzte dieser Reihe.

Wer von diesen Vorgängern Mohammeds ist Prophet im obigen Sinn? Adam ist keine geschichtliche Person, Noah, Abraham, Isaak, Ismael, Jakob, David, Salomo, Hiob ua. waren keine Propheten. Sie galten als auserwählt oder vorbildhaft, hörten evtl. sogar mediale Botschaften, aber sie verkündeten sie nicht öffentlich! Sie gelten als Patriarchen: 'erste Führer', 'Erste unter den Vätern', 'Stammesführer' uä., also als religionsgeschichtlich prägende Persönlichkeiten, nicht jedoch als Propheten.

In der Reihe dieser Patriarchen als Vorgänger ist Mohammed also eindeutig nicht der letzte Prophet, sondern der letzte Patriarch. Dem kann man zustimmen, weil wir diese Reihe heute auch als geschichtlich abgeschlossen betrachten, obwohl man Luther z.B. noch als Patriarchen bezeichnen könnte. Die heutigen Propheten verkündigen ihre Botschaften zwar auch öffentlich, jedoch nicht mehr auf der Straße, weil wir heute Bücher und das Internet haben. Ihre Persönlichkeit tritt bewusst in den Hintergrund, sie treten nicht als Führer auf und sind deshalb keine Patriarchen. Trotzdem verkünden sie wichtige Botschaften Gottes. Sie sind eindeutig Propheten, so wie auch Mohammed.

Manche Muslime meinen jedoch, Mohammed sei trotzdem der letzte Prophet Gottes, denn zum Wesen eines echten Propheten gehöre es, die von Gott empfangenen Botschaften öffentlich zu verkünden, also auf Straßen und Plätzen, so wie Mohammed das tat. Das tat nach Mohammed niemand mehr (er wäre sofort umgebracht worden), auch die modernen Propheten tun das nicht, und deshalb seien sie des Satans.
Andere sagen, ein Prophet sei jemand, der eine bestehende Religion stützt, zur Erneuerung ruft oder eine neue Religion gestaltet wie Mohammed, nur solche Propheten seien echt. All dies könne man von den modernen Propheten nicht sagen. Deshalb seien sie falsch.

Diese beiden Definitionen kennt der Koran allerdings nicht. Sie erscheinen ziemlich willkürlich und dienen nur dazu, Propheten nach Mohammed auszuschließen. Alle, die nach Mohammed neue Botschaften öffentlich verkündeten, wurden umgebracht, im Islam genauso wie im Christentum. Um Koran steht aber nicht, man solle alle späteren Propheten umbringen, damit Mohammed der letzte bleibe.
Dass es unter den heute medial Begabten echte Propheten gibt, steht außer Zweifel, Beispiele siehe hier. Sie brauchen nicht mehr öffentlich aufzutreten, weil sie ihre Botschaften in Büchern verbreiten. Und neue Religionen bzw. Sekten werden nur von zweifelhaften und selbsternannten Propheten gegründet, nicht jedoch von den echten und guten. Neue Religionen sind offensichtlich nicht mehr nötig, davon ist in den Neuoffenbarungen keine Rede.

Das Siegel der Propheten.

Ein weiteres Argument gegen die Behauptung, durch Mohammed habe Gott zum allerletzten Mal zu uns Menschen gesprochen, ist, dass in der poetischen arabischen Sprache des Koran der Vers 33:40 des Koran eigentlich "Siegel der Propheten" bedeutet. Ein Siegel verbürgt in erster Linie Echtheit, keine Fälschung. In diesem Sinn wurde nach moderner Islamforschung (laut Hans Küng) der Ausdruck „Siegel der Propheten“ von der islamischen Urgemeinde, der Umma, verstanden: Mohammed lügt nicht, er ist „ein echter Prophet“. Und weil Mohammed nicht lügt und in der Reihe ehrwürdiger Patriarchen steht, garantiert der echte Prophet Mohammed damit auch die Echtheit der jüdischen Patriarchen, er besiegelt auch deren Echtheit. So sieht es nach Küng die moderne, kritische Islamforschung, die ebenfalls Mohammed als ehrlichen Verkünder sieht, als jemand, der voll und ganz von dem Gedanken durchdrungen war, dass seine Auditionen nicht aus seinem Denken, seinen Träumen oder seinem Unbewussten kamen, sondern aus einer anderen, einer transzendenten Quelle.

In diesem Sinn sind auch viele heutige Propheten im Sinn des Verses 33:40 "Allahs Gesandte und Siegel der Propheten", weil die kritische Betrachtung ihrer oft sehr genau bezeugten Persönlichkeit sie als echt, d.h. als nicht lügende Propheten darstellt. Siehe hierzu unter Offenbarungen.

Ein Siegel schließt auch ein Dokument ab, man kann und darf nichts mehr hinzufügen. In diesem Sinn wäre Mohammed dann der letzte und besiegelnde Prophet der koranischen Botschaft. So wurde das Zitat aber - laut Küng und moderner historischer Islamforschung - erst nach Mohammeds Tod von den Kalifen verstanden, um gegen die neuen Propheten einzelner Nomadenstämme die Umma, die eine Gemeinde der Muslime, einheitlich zusammen zu halten. Diese spätere Interpretation war eine wichtige politische Festlegung nach Mohammeds Tod. Leider gründet sich genau in dieser späteren Interpretation der Anspruch fundamentalistischer Muslime, den letzten und unwiderruflichen Willen Gottes zu vertreten und zu verbreiten. Für sie ist es undenkbar, dass Gott den Koran nur den Arabern und nur für eine bestimmte Zeit geschenkt haben sollte. Für sie gilt der Koran für alle Zeiten und alle Menschen. Das ist jedoch ihre persönliche Ansicht, den Koran kann man - siehe oben - so nicht interpretieren.

Mohammeds Offenbarung

Für Nicht-Muslime ist noch eine andere Frage wichtig:
Ist der Koran tatsächlich eine echte, transzendente Offenbarung?

In der islamischen Predigertradition werden hierfür viele Beweise angeführt. Zum Beispiel werden von Mohammed Wunder berichtet. Mohammed habe Essen vermehrt, Kranke geheilt und Voraussagen und Hellsichtigkeiten gezeigt, die dann bestätigt werden konnten. Als weiteres Wunder gilt, dass der Koran gewisse Kenntnisse, die den Menschen damals noch fremd waren, erwähnt: die Urknalltheorie, des ständige Ausdehnen des Universums, die Erschaffung des Menschen vom Samen bis hin zum Embryo inkl. aller Stadien, die geologische Plattentektonik uam. Vor allem aber die Sprache des Koran gilt als das eigentliche Wunder. Sie ist von höchster und unnachahmlicher Qualität, obwohl Mohammed Analphabet war. Deshalb darf der Koran eigentlich nur im Original gelesen werden, denn keine Übersetzung wird ihm gerecht (Friedrich Rückert betont die poetische Qualität, ist jedoch ungenau; moderne sind genau, jedoch ohne die Kraft der Poesie). Der islamischen Tradition zufolge ist der Koran wesentlich besser dokumentiert als z.B. die biblischen Geschichten, da die Dokumentation bereits in Abstimmung mit Mohammed begann. Es gibt allerdings einige Verse oder ganze Suren, die vermutlich aus anderen Quellen eingefügt wurden (z.B. die sog. dunklen Suren), aber das dürften Ausnahmen sein.

Wikipedia sieht das anders (s.u. "Mohammed"): "Es gibt so gut wie keine unabhängigen zeitgenössischen Quellen zu Mohammeds Leben und Wirken, auch wurde der Koran erst etwa zwanzig Jahre nach seinem Tod gesammelt und schriftlich fixiert. Fast alles, was über das Leben Mohammeds berichtet wird, stammt aus parteiischen Quellen, die ihn entweder als Verkünder einer göttlichen Wahrheit preisen oder als Verführer ablehnen."
Das mag richtig sein, gilt auch entsprechend für das Juden- und Christentum (und auch Wikipedia ist parteiisch, nämlich streng materialistisch). Trotzdem deutet alles darauf hin, dass der Koran in wesentlichen Teilen aus einer zentralen Quelle kommt: von bzw. aus einer Offenbarung über Mohammed. Hierzu schreibt Hans Küng in seinem großen Werk "Der Islam" als Fazit: "Wenn wir den Koran als Offenbarung ablehnen, dann müssen wir auch unsere biblischen und alle anderen Offenbarungen ebenso ablehnen." Dem würde Wikipedia sofort zustimmen, denn für Wikipedia sind alle Offenbarungen Betrug oder Wahn, und zwar pauschal, ohne Nachprüfung im Einzelnen. Die dogmatischen Skeptiker kennen (ebenso wie die radikalen Muslime) die Kriterien für gute Offenbarungen nicht.

Was wissen wir über Mohammed?

War Mohammed Epileptiker? Wohl kaum. Zwar wird berichtet von Schweißausbrüchen und Zittern, jedoch die für Epileptiker typischen Symptome wie Ohnmacht, plötzliches Hinfallen und Apasie (Erinnerungslücken) werden nicht erwähnt. Überdies ist von Epileptikern "nicht bekannt, dass sie während oder durch ihre Anfälle besondere Eingebungen haben" (Epilepsiezentrum Bethel).

War Mohammed ein Fantast oder Lügner? In der islamischen Tradition ist er bis zu seinem 40sten Lebensjahr, als die Übermittlung des Koran an ihn begann, ein sogenannter "Ehrlicher", also einer, auf dessen Wort man sich verlassen konnte. Auch war er wohlhabend und angesehen und hatte für Geld und Ruhm kaum zusätzliches Interesse. Im Gegenteil: Die ersten drei Jahre behielt er die Botschaften ängstlich für sich, und als er sie öffentlich verkündete und sich öffentlich entschieden gegen den damals in Arabien weit verbreiteten Polytheismus wandte, begannen sogleich die Anfeindungen, die sich während der folgenden Jahre - bis zu seiner Flucht nach Medina 622, dem Beginn der muslimischen Zeitrechnung - zu Mordversuchen, Steinigungen, geschäftlichem Boykott und sozialer Ächtung steigerten. Das ist ein historisch gesichertes gewichtiges Argument für die Echtheit seiner ihm selbst zum Nachteil gereichenden Offenbarungen. Betrug und Wahn scheiden aus.

Erst in Medina wurde Mohammed anerkannt, weil sein Aufruf zu einer einheitlichen Gemeinde Gottes, der Umma, zur Befriedung der dortigen ständigen Stammesquerelen hilfreich war. In Folge wurde Mohammed auch militärischer Führer gegen die Mekkaner und andere Widersacher. Dabei lebte er, so wird berichtet, in äußerster Bescheidenheit in einer Lehmhütte, schlief auf einer Strohmatte und verrichtete selbst niedrigste Arbeiten. Es ist schwer, in diesen Einzelheiten Legende von Wahrheit zu trennen. Die Tendenz dieser Berichte dürfte jedoch stimmen.

Ist der Koran von Gott?

Der Korantext wurde vom Engel Gabriel übermittelt, aber der Urtext, Gabriels Redemanuskript, stammt von Gott. Sagt der Koran. Sagen die Muslime. Ist das richtig?

Der Koran dürfte in den Suren von Gabriel stammen, die von Gott in der dritten Person reden (abgesehen von ganz wenigen Texten aus anderen Quellen). Gemessen am Duktus der Neuoffenbarungen erscheint das eindeutig. Von "Ablesen" eines Textes ist im Koran allerdings nichts gesagt. Das wäre auch sehr seltsam. Warum sollte Gott einen Text für Gabriel schreiben? Könnte er nicht direkt zu Mohammed sprechen so wie auch zu Lorber, Dudde und Walsch und wie im Alten Testament?

Interpretiert man die Bemerkung über den Urtext realistisch als Auftrag Gottes, dann erscheinen alle Schwierigkeiten des Koran in einem ganz anderen Licht. In jeder Offenbarung haben die offenbarenden Geistwesen ein Thema oder einen Auftrag, und innerhalb dessen haben sie die Freiheit, das zu sagen, was sie für diese Zeit und diese Kultur für richtig halten. Gabriels Mission mag ein Impuls oder Auftrag Gottes gewesen sein. Dass der Koran einem Urtext Gottes wörtlich entspricht und von Gabriel wörtlich abgelesen wurde, wird im Koran nicht so gesagt, das ist ein fundamentalistisches Märchen. Das Talent zur hymnischen Sprache kann man auch Gabriel zutrauen.

Aber auch dann, wenn wir die in Ich-Form geschriebenen Verse Gott selbst zuordnen (wie bei Lorber, Dudde und Walsch), bleibt noch das Faktum, dass auch Gott, um verstanden zu werden, Sprache und Bilder verwenden muss, die zum Medium und zum Zeitgeist passen. Bei Lorber um 1840 spricht Gott noch, wie im Koran und in der Apokalypse, von Sünde und Strafe. Hundert Jahre später bei Dudde drückt Gott sich neutraler aus ("ernsthafte Schwierigkeiten"), und bei Walsch ist, noch neutraler, von unangenehmen Konsequenzen die Rede, und die erfahren wir bereits hier auf Erden - Klima, soziale Spannungen, Verarmung usw. -, wenn wir uns nicht in jeder Beziehung nachhaltig verhalten.

"Gott weiß, was für uns gut ist" - mit diesem Argument wischen Muslime gerne Bedenken bezüglich Sharia und Höllenstrafen fort. Antwort: Ja, Gott bzw. Gabriel wusste, was für die Araber um 600 gut war. Gott wusste auch, was für die Österreicher zur Zeit Lorbers (1840) gut war und was für uns heute zur Zeit Walschs gut ist. Gott spricht zu jeder Kultur und jeder Zeit so, dass die Menschen ihn verstehen und seine Botschaften umsetzen können. Mit dem Vorschlag eines demokratischen Rechtssystems wäre Mohammed auch in Medina verlacht worden. Gott richtet ganz offensichtlich seine Empfehlungen - wie jeder gute Erzieher - nach dem, was Menschen in einem bestimmten kulturellen Umfeld verstehen und übernehmen können.

Hinweise oder Kritik bitte hier.

zur Startseite


zur Startseite

Wissenschaft
Ganzfeldforschung
Hirnforschung
Materialismus
Quantenphysik
Reinkarnation
Geistheiler

Offenbarungen

Erfahrungen
Kant
Erwachte
Nahtoderfahrung
Sterbende
Christuserlebnisse
Verstorbene
Medien
Mystiker
Schöpfung
Sündenfall
Erlösung
Christus
Was also ist Seele?
Was tun?

Anhang
Theologie
Drewermann
Bibelzitate
Islam
Drogen

Nachworte
Religion und Naturwissenschaft
Glaubensweisen
Gemeinsamkeiten aller Religionen