Was also ist Seele?
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Weit verbreitet (sogar in der protestantischen Theologie) ist die Vorstellung, die Seele sei weitgehend identisch mit unserem bewussten Ich, mit unserem individuellen Willen und Wollen. Und wenn wir leiden, dann leiden wir deshalb, weil Ich-Seele gewisse Dinge und Verhältnisse nur schwer akzeptieren kann.
Von diesem wollenden, glücklichen und leidenden Ich sagt heute (i. J. 2010) die moderne Neurophysiologie mit überzeugenden Argumenten, das seien gut erklärbare Hirnfunktionen [1]. Wir müssen dies wohl so annehmen: Unser individuelles Wünschen und Hoffen, Wollen und Tun, das Hier und Jetzt, Ich Du und Wir, Glücksempfinden und Leiden sind komplexe, dynamische, sich selbst ordnende, nach Gleichgewicht strebende sogenannte autopoietische Hirnprozesse, die in weniger komplexen Teilfunktionen in fast allen Säugetieren und Vögeln beobachtbar sind. Eine darüber hinaus gehende separate, gar immaterielle Seelenfunktion ist zumindest für wissenschaftliche Erklärungen von Geist und Bewusstsein nicht nötig [1]. Dies gilt jedoch nur für unser alltägliches Verhalten, für die Normalität.

Nun berichtet diese Webseite besonders über nicht alltägliche, sogenannte paranormale Experimente und Erfahrungen (Überblick siehe zur Startseite). Damit erhebt sich die Frage, wie und wo sich unser immaterieller Teil, die Seele, in unserer Gesamtperson bemerkbar macht.

Hinweise

Wir sind heute weit davon entfernt, diese Frage klar beantworten zu können. Es gibt weltweit tausende Wissenschaftler, die die Hirnforschung weitertreiben, trotzdem ist sie erst in den Anfängen, und eine Seelenforschung ähnlich intensiver Art hat noch garnicht begonnen. So müssen wir uns mit einigen Hinweisen und Festellungen begnügen.

In einigen neueren Offenbarungen erscheinen Ausdrücke wie „die Seele ist ein stilles Buch“, „eure Seele weiß viel mehr“ uäm., und im Christentum ist die Feststellung wichtig, dass Christus in Jesus „Mensch geworden“ sei. Dies und viele ähnliche Bemerkungen weisen darauf hin, dass unsere Seele versteckt im Unbewussten ist, dass sie keine spezifisch fassbare geistige Alltagsfunktion ist, sondern eher eine untergeordnete Hintergrundenergie, die
- das Ego-Konstrukt des Hirns stärkt (die Stärkung des Ego durch Identifikation des Seelen-Ich mit dem Hirn-Ego ist eine zentrale Aussage der heutigen Erwachten [4]),
- an unserem bewussten Alltagsleben teilnimmt [6,7], und
- nur tendenziell Einflüsse durchsetzen, Aufmerksamkeit lenken, Entscheidungen in Frage stellen und motivierende Gewichtungen setzen möchte. All dies aber nur tendenziell, die Seele möchte das Ego in einer bestimmten Richtung orientieren, setzt Schwerpunkte, erhebt Einspruch [6,7].
Unsere Seele äußert sich in einem Gefühl für Wahrheit, in tief empfundener Freude, und von ihr kommt unsere nur sehr selten realisierte Kraft zur unpersönlichen Liebe [7].

Es ist also nicht so, dass die Wissenschaft des Geistes eine duale Seele braucht, um die Alltagspsyche zu verstehen, sondern es scheint vielmehr so zu sein, dass unsere immaterielle Seele uns materielle Menschen braucht, weil sie unsere Erfahrungen in Freud und Leid mitfühlend begleiten möchte, bei manchen Menschen eher passiv, bei anderen mehr aktiv und mitgestaltend [6,7].

In einem Bild sind wir Schauspieler, und die Welt ist die Bühne. Als materielles Ego spielen wir in den vorgegebenen Rahmen von Kultur, Zeitgeist, Genen, Erziehung usw. improvisierte Rollen. Das Rollen-Ego wird belebt, verstärkt und gefärbt durch die Individualität des Schauspielers/Seele, beide sind eine ganzheitliche Rollen-Identität bis zum Ende, wenn das immaterielle Ich des Schauspielers/Seele mit allen Erfahrungen in seine immaterielle Umgebung zurückkehrt.

Ein Zitat aus [6] möge dieses Bild bekräftigen: „Körper und Hirn treffen ihre eigenen Entscheidungen, mehr oder weniger geleitet von einem aufmerksamen Bewusstsein. Die Seele trifft parallel dazu Entscheidungen, die den Körper ... in Situationen stellen, die seine Existenz mit [einem ihm meist unbekannten] Sinn erfüllen ... Vieles ist seelisch notwendig ... was das Ego des Hirns nicht tolerieren kann.“ Demnach werden wir von zwei Determinanten, von zwei Kausalitätsketten getragen: einer materiellen des Hirns und einer immateriellen der Seele.

Die Interaktion von Seele und Körper findet auf verschiedenen Ebenen statt.
- Über den Körper vermittels der Chakren. Daraus können sich Krankheiten ebenso ergeben wie spontane Heilungen [6].
- Über das Hirn vermittels des Gefühls [7].
- Und über das als gemeinsam und individuell empfundene Ich, das zugleich das Ich der Seele wie das Ego des Hirns ist, ohne sich seiner Doppelnatur bewusst zu sein [4].

Das nebenstehende Bild aus den Schriften der Hildegard von Bingen zeigt, wie der materielle Mensch mit Hirn und Ego (weiße u. graue Kreise) in die Seele (roter Kreis) eingebunden ist, und wie diese hinwiederum ein Teil Gottes (äußerer Rand) ist und in Gott ruht. Dieses Bild hat sicher zeitlose Gültigkeit.

Für das Verständnis des Zusammenwirkens von immaterieller Seele und materiellem Ego-Geist-Hirn sind auch noch andere Phänomene wichtig, z.B. der plötzliche Persönlichkeitswechsel der Tieftrancemedien [6]. Hier setzt plötzlich ein ganz anderes Denken, auch eine sehr andere Persönlichkeit ein. Zwar mit dem Wortschatz des Mediums, jedoch mit völlig anderen Inhalten und anderem Wissen. Da denkt ganz ein Anderer. Das vorsprachliche Denken im Unbewussten wird in diesen Fällen offensichtlich stark aus dem Immateriellen beeinflusst. Eine Bekräftigung dieser These ist, dass man sich außerhalb des Körpers von Seele zu Seele eher durch direkte Gedankenübertragung denn durch sprachliche Formulierungen zu verständigen scheint. Bei Visionen und Nahtoderfahrungen ist dies eine häufige Erfahrung. Prof. J. H. Matthaei entwickelte eine von ihm auch experimentell verifizierte meta-physikalische Theorie nichtmaterieller Energiearten, nach der eine bestimmte Energieart, die von Matthaei so genannte Bio-Energie, über modulierte Frequenzmuster die Basis für die direkte Kommunikation alles Lebendigen ist, nicht nur unter Menschen-Seelen, sondern auch zwischen Tieren, Tier und Mensch, Mensch und Pflanzen [2].

Es ist deshalb sehr schwer zu sagen, welche Gedanken oder Intuitionen im Hirn und welche in der Seele entwickelt werden. Im speziellen Fall der Tieftrancemedien kommen die (meisten?) Gedanken jedenfalls offensichtlich aus der Seele des sich medial mitteilenden Geistwesens. Nach Matthaei geschieht diese Wechselwirkung zwischen Hirn und Seele durch Resonanz zwischen Bio-Energie und EM-Energie, nach dem Exozytose-Modell von John Eccles durch quantische Effekte in den Synapsen des Kortex. Leider ist diese Forschung noch ganz am Anfang, denn der Mainstream der Wissenschaft ist zur Zeit noch nicht daran interessiert.

Ein weiterer Effekt ist der Phasenwechsel der Hirnschwingungen zum sogenannten Einheitsbewusstsein [3]. Hierbei kann auch das Hirn-Ego vorübergehend oder sogar dauerhaft verschwinden im sogenannten Erwachen[4]. Einerseits haben die Erwachten auf Grund verschiedener subjektiver Erfahrungen den Eindruck, als reine Seele nicht mehr von dieser Welt zu sein. Andererseits agiert das Seelen-Ich nun direkt mit dem Hirn, ohne das normalerweise eigenständige und störende Ego.

Weiterhin spielt die immaterielle Seele eine wichtige Rolle bei Visionen. Die in [5] bestens untersuchten und dokumentierten Christusvisionen würde man zwar üblicherweise als typische Halluzinationen erklären. Diese Interpretation wurde jedoch von den Leitern der Studie verworfen zugunsten zweier zentraler Aussagen: „Wir trafen nur gesunde Frauen und Männer. Dies ist grundlegend und sollte sich stark ins allgemeine Bewusstsein einprägen.“ Und: „Die Psychologen können niemals leugnen, daß der Faktor, der den Verlauf veranlasst, von einer uns unbekannten Natur ist, z.B. wirklich von Christus.“ Da unsere körperlichen Sinne für solche Wahrnehmungen nicht geeignet sind, muss auch in solchen Momenten eine enge Seele-Hirn-Bindung angenommen werden.

Parallel und ergänzend zu den meta-physikalischen Theorien Matthaeis gibt es übereinstimmende Modelle diverser immaterieller Energiestrukturen, sogenannter Energiekörper, die in ihrer Gesamtheit „die Seele“ ausmachen (Steiner, Daskalos uvam.). Eine solch differenzierte Betrachtung wird dann interessant, wenn man nach Theorien über den Zusammenhang von Seele und Körper sucht zur Erklärung psychosomatischer und Plazebo-Effekte. Auch hierzu trägt die supra-energetische Meta-Physik von Matthaei [2] wesentliche Erkenntnisse und Impulse bei.

Das nebenstehende Bild zeigt einen Schutzengel, der einen Schuster bei der Arbeit beschützt. Auch hierbei muss es ja ein Zusammenspiel materieller und immaterieller Energiearten geben. Das ist weniger befremdlich als es klingt, denn auch die uns heute noch völlig unbekannte Dunkle Energie und Materie wirkt auf eine uns heute noch ebenso unbekannte Weise auf materielle Materie ein. Wenn Beobachtungen dazu zwingen, muss man Hypothesen postulieren und experimentell erforschen.

Insgesamt erscheint die Frage nach dem Zusammenspiel von immaterieller Seele und materiellem Hirn-Körper als ein außerordentlich interessantes Forschungsgebiet. Vielleicht müssen nur noch wenige Jahre oder Jahrzehnte vergehen, bis auch die Mainstreamforschung genügend weit fortgeschritten und bereit ist, ergänzende immaterielle Theorien auf breiter Basis zu formulieren und zu erforschen.

Heute benötigt die Hirnforschung die Seele nicht solange sie (naiver- und fälschlicherweise) daran glaubt, dass ihre auf der normalen Alltagspsyche aufbauenden Theorien für die Erklärung der neuronalen Netzprozesse auch hinreichend sind zur Erklärung der paranormalen Phänomene. Dasselbe gilt für die christlichen Todestheologien, solange sie (ebenfalls naiverweise) daran glauben, dass Plato in seinem Höhlengleichnis (Katholizismus) bzw. Paulus in 1.Kor.15,35-55 (Protestantismus) ewige Wahrheiten ausgesprochen haben. Den beiden Glaubensgemeinschaften, der theologischen sowie der wissenschaftlichen, gelingt ihr Glauben jedoch nur durch die bis heute intensiv gepflegte Praxis der Ausblendung von Fernwirkungsexperimenten und mystisch-medialen Phänomenen unserer Zeit. Andererseits sollten aber auch religiöse Fundamentalisten und die Esoterik die Ergebnisse der Hirnforschung ernst nehmen. Ein stimmiges Bild unserer Gesamtpersönlichkeit erhalten wir erst dann, wenn wir das Zusammenspiel von Normalität und Paranormalität, von Sinnlichem und Außersinnlichem, von Immanenz und Transzendenz betrachten und erforschen. Hierzu ist eine neutrale Offenbarungs-, Medien- und Seelenforschung dringend nötig!

Literatur
[1] „Der Ego-Tunnel“, Thomas Metzinger, Berlin Verlag 2009.
[2] „Über Quantengravitation, Frequenzschärfekraft, Allgemeine Quantentheorie, Strings und Mónons“, private Mitteilung von Prof. Johannes Heinrich Matthaei.
[3] Dr. Ulrich Ott, Bender Institut Universität Giessen.
[4] „Die Erleuchteten kommen“, Bittrich und Salvesen, Arkana 2002.
[5] "Sie erlebten Christus - Berichte aus einer Untersuchung des Religionssoziologischen Instituts Stockholm durch G. Hillerdal und B. Gustafsson", Verlag Die Pforte, Basel 1979. Original: Verbum Verlag, Stockholm, 1973.
[6] „Weisheit der Seele“, Varda Hasselmann, Goldmann 1995.
[7] N. D. Walsch, „Gespräche mit Gott“, Bd. I, 1998f, Goldmann Arkana

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