Mystik
|
zur Startseite
zum Autor zur Literatur zu Drucktexten |
Mystik ist Innenschau und meint ein inneres religiöses Erleben. Myein heißt: die Augen schließen. Mystiker erfahren als innere Erlebnisse visionäre Bilder und intuitive Erkenntnisse über Gott und Welt. Viele sind davon so betroffen, daß sie das Geschaute, zumindest zunächst, für sich behalten. Sie können es nicht in Sprache ausdrücken, und sie spüren auch, daß ihre Umwelt sie nicht ernst nehmen würde. Die Erwachten Ramana Maharshi, Babaji u.a. gingen unverzüglich und ohne etwas zu sagen über Jahre hinweg in die Einsamkeit. Thomas
v. Aquin gilt als einer der gescheitesten Theologen der Kirchengeschichte. Wikipedia sagt: „Ab 6. Dezember 1273 beginnt das 'Schweigen des Thomas'. Bartholomäus von Capua berichtet darüber: 'Als Bruder Thomas die heilige Messe in der Kapelle des
hl. Nikolaus feierte, ergriff ihn eine erstaunliche Veränderung. Nach seiner Messe hat er nicht mehr geschrieben, noch irgendetwas diktiert.' Auf die Frage eines Bruders, warum er nichts mehr schreiben wolle, meinte Thomas: 'Ich kann nicht mehr, denn alles, was ich geschrieben habe, scheint mir wie Stroh zu sein im Vergleich
mit dem, was ich gesehen habe und was mir offenbart worden ist.'
Ähnlich erging es den protestantischen Mystikern (zitiert nach W. Nigg, Lit. 33):
Diese Erlebnisse sind weit entfernt von den kümmerlichen Effekten, die Ramachandran, Roth und andere Hirnforscher für Mystik halten (s. "Hirnforschung"). Wenn wir annehmen, dass diese Erlebnisse Wahrnehmungen einer immateriellen Welt sind, dann muß ein Teil in uns ebenfalls immaterieller Natur sein, um diese Wahrnehmung zu realisieren. Das Für und Wider hierzu wird im Kapitel "Kritische Argumente" diskutiert und muß hier nicht wiederholt werden. Gehen wir also davon aus: Himmel ist erlebbar, und damit zumindest in einer gewissen Weise auch konkret. Denn nur Konkretes ist auch erlebbar. Die folgenden Kapitel "Schöpfung", "Sündenfall" und "Erlösung" berichten darüber. Leider ist unsere Sprache nur an unserer materiellen Welt orientiert. Über mystische Erfahrungen zu schweigen ist also durchaus sinnvoll. Mystiker wie Jacob Böhme und Emanuel Swedenborg haben trotzdem in ihrer Sprache und in ihren subjektiven Bildern das Erschaute und intuitiv Erfaßte aufgeschrieben. Zitate folgen im Kapitel "Schöpfung". Das fand bereits Kant „ganz abscheulich“, und es ist auch für uns heute unbefriedigend, weil die Sprache und ihre Bilder seltsam unwirklich erscheinen. Wie sollte es auch anders sein? Zum Glück gibt es in unserer Zeit auch mediale Informationen, die als Wortoffenbarungen über Tieftrancemedien, innere Stimmen und Schreibzwang zu uns kommen. Hierbei übernimmt ein jenseitiges Geistwesen die Aufgabe der Übersetzung in unsere Sprache. Das ist in jedem Fall neutraler und authentischer (s. "Medien"). Zuvor noch eine Bemerkung, die hilft, Mißverständnisse zu vermeiden: Menschen haben immer über Gott, Himmel, Schöpfung, Seele usw. nachgedacht. Bloßes Nachdenken ist Metaphysik. Die metaphysische Lehre der Hindus ist die Advaita (die Lehre der Fülle), die der Buddhisten ist das Nirwana (die Leere), Christen bevorzugen die biblischen Schöpfungsmythen, und die Philosophen der Romantik (Schelling, Hegel, Schopenhauer usw.) dachten gerne transzendental. Schaut man genau hin, dann sind das alles mehr oder weniger bewußte Fantasien, wie es sein könnte. Man erkennt dies leicht daran, daß diese Metaphysiken alle verschieden sind, und daß Metaphysiker sich gegenseitig sogar der „Narretei“ bezichtigen (s. z.B. "Erwachte" - "Advaita"). Metaphysik ist wesentlich Fantasie. Bei den Mystikern ist das anders, ihre Metaphysik sind in Sprache gefaßte konkrete und bewegende Erlebnisse, die wie eine Schau in die andere Wirklichkeit empfunden werden. So funktioniert das normale Fantasieren nicht. Es ist problematisch, bei diesen nicht von jedermann nachvollziehbaren Betrachtungen von Wahrheit zu sprechen. Aber die mystisch-medialen Phänomene (siehe unter "Medien" und "Kritische Argumente") haben Wirklichkeitscharakter und damit auch Wahrheitscharakter. Sie sind innere Empirie. Eine mystische Schau oder mediale Mitteilung ist sozusagen ein Experiment, das uns Aufschluß gibt über die immaterielle Welt. Und wenn diese immaterielle Welt für Mystiker und Medien erlebbar ist, dann wird sie auch für uns erlebbar sein - spätestens im Tod. Das Interessante an Offenbarungen ist, daß die Informationen sich, anders als in der philosophischen Metaphysik, kaum widersprechen. Sie ergänzen sich eher in Details, in der Bildwahl, in der Sprache, in der Art der Betrachtung usw. Die Synopse von Dr. Peter Michel weist dies anhand der Offenbarungen von elf Mystikern und Medien nach [Lit. 8]. Auch diese Übereinstimmungen sind ein starkes Wahrheitskriterium. Die vier Kapitel "Schöpfung", "Sündenfall", "Erlösung" und "Christus" (s. Startseite) berichten aus mystisch-medialen Bild- und Wortoffenbarungen über eben diese Themen. Einen Überblick über die vielen verschiedenen Arten mystischer und medialer Erfahrungen bietet das Kapitel "Kritische Argumente".
zur Startseite |