Erwachen - Erleuchtung

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Inhalt:
Ich-Ego
Ich-Selbst
das Erwachen
die Botschaft
Gegenwärtigkeit
Psychoreligion?
Advaita-Nirwana?
Erwachen/Erleuchtung ist ein hochinteressanter psychischer Prozess, der heute weltweit verbreitet ist. Darüber liegt jetzt ausreichend erklärendes biografisches Material vor. Vieles deutet darauf hin: Das Erwachen ist Zustand, der "nicht mehr ganz von dieser Welt" zu sein scheint. In diesem Zusammenhang erhält die Frage "Wer bin ich?" eine interessante neue Antwort.

Fragen Sie sich manchmal: Wer bin ich? Und wenn ja: wieviele? (Precht)
Oder schauen Sie, wie der Philosoph Metzinger, durch einen Ego-Tunnel?
Nach dem Stand der heutigen Hirnforschung können, müssen!, wir annehmen, dass alles das, was wir normalerweise als "Ich" begreifen, ein Konstrukt unseres Hirns ist. Bewusstsein generell, und speziell das Bewusstsein von Jetzt und Hier, und eben auch das Bewusstsein meiner selbst, die Bewusstheit meiner Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle, und das Bewusstsein, dass Ich es bin, der sich dieser Dinge bewusst ist - all das stellt sich dar als Gleichartigkeit neuronaler Schwingungen weit verteilter Hirnprozesse: gleiche Frequenzen, gleiche Amplituden und gleiche Modulationen.

Ob dieses kohärente Schwingungssystem, dass sogenannte Ego, tatsächlich das ist, was "Ich" bin, oder ob es nur eine notwendige Voraussetzung dafür ist, dass ich mich als Ich erfahren kann, dieser Frage geht ja diese ganze Webseite www.was-ist-seele.de nach. Denken wir evolutionär, dann ist es logisch und vernünftig anzunehmen, dass sich mit den wachsenden geistigen Fähigkeiten des Hirns auch sämtliche Bewusstseinsebenen bis hin zum obersten Ich, dem Selbst (C.G. Jung), im Hirn als materielle Hirnfunktionen entwickelt haben.
Dem steht die Vorstellung einer zum Hirn-Ego dualen immateriellen Seele gegenüber (siehe hier), die mit dem Ego des Hirns zu einer Einheit verbunden ist. Demnach wäre ich in sehr moderner Weise eine Art Hybrid-Ich, das zugleich materiell und immateriell als Einheit agiert.
Halten wir fest: Als wissenschaftlich so genanntes Ego erfahre ich mich - bzw. erfährt sich das Hirn - als ein abgegrenztes Subjekt inmitten von Raum: im Hier, und Zeit: im Jetzt.
Als Ego spannen wir den Bogen meist über Hier und Jetzt hinaus, wir identifizieren uns mit Partner und Familie, Heimat, Staat und Kultur, dazu mit Beruf, Vermögen und sozialem Status, mit unserer Vergangenheit und mit unseren Vorstellungen unserer Zukunft. Wie sehr wir uns damit identifiziert haben, merken wir spätestens dann, wenn Verlust droht oder gar eintritt.

Das Erwachen

Diese Empfindung, dass "Ich" es bin, der dieses Hier und Jetzt erlebt, das Ego, ist bei den Erwachten vollständig verschwunden. Insofern ist das Erwachen eine plötzliche und radikale Veränderung der Psyche. Unter anderem verschwindet auch jegliche Form von Existenzangst.

Der Zusammenbruch des Ego und all seiner Identifikationen, ist eine faszinierende psychische Transformation. Sie ist unter Namen wie Erleuchtung oder Erwachen bekannt. Der Begriff Erleuchtung bezieht sich auf religiöse Aspekte, Erwachen beschreibt das psychische Geschehen, denn die Erwachten haben die Empfindung, aus einem Traum erwacht zu sein.

Zur Zeit gibt es im Internet unter www.satsang.de rund 250 Adressen von Erwachten in Europa und USA. Das ist neu seit wenigen Jahrzehnten: Die Erwachten leben nicht nur in Indien, sondern mitten unter uns. Wer ihre Biografien liest (s. Lit.19), erkennt: Das Erwachen ist ein neuer Bewusstseinszustand, der
- plötzlich und
- auf Dauer
geschieht. Das Erwachen ist eine grundlegende Transformation von Geist und Hirn, wobei jegliche Empfindung für eine definierbare oder greifbare Individualität gelöscht wird. Das Hirn-Ego mit allen seinen Identifikationen ist vollständig verschwunden. Der Erwachte fühlt sich als reines "Selbst", das zwar in einem Körper lebt, das jedoch keinerlei Identifikation mehr mit Körper, Verstand oder Gefühl hat, sogar nicht mehr mit seinem Namen. Der Erwachte ist wie ein Autofahrer, der nicht mehr in seinem Auto fährt, sondern wie zufällig in einem austauschbaren Leihwagen.

Psychiatern ist dieser Ich-Verlust im Cotard-Syndrom bekannt. Dabei handelt es sich jedoch um eine schwere psychische Erkrankung mit schizophrenen Wahnvorstellungen und affektiven Psychosen.
Ganz anders ist das Erwachen. Obwohl es ja eigentlich ein Verlust dessen ist, was einem bislang lieb und wert war, wird es immer als großes Geschenk, als ein neues und beglückendes Lebensgefühl empfunden. Typisch dafür ist das bekannte "kosmische Lachen" der Erwachten, wenn sie erkennen, dass sie plötzlich völlig angstfrei geworden sind und sich auf beglückende Weise eins fühlen mit allem, was zuvor getrennte Außenwelt war.

Das wache Selbst, sagt der Erwachte Eckhart Tolle, ist ein „Zustand innerer Weite“. Die Weite kann entstehen, wenn Emotionen und Gedankenmaschine still werden. Dann kann das Selbst erwachen als Gegenwärtigkeit und Aufmerksamkeit, als reine Wahrnehmung und reines Bewusstsein, ungetrübt von den Automatismen bewertender Gedanken und Emotionen.

Ein Beispiel: Der deutsch-kanadische Erwachte Eckhart Tolle beschreibt dies dramatisch: „Bis zu meinem 30. Lebensjahr hatte ich immer wieder Phasen lebensmüder Depression ... Eines Nachts erwachte ich mit einem Gefühl absoluten Grauens ... Der Gedanke 'Ich kann mit mir selbst nicht weiterleben' kreiste endlos in meinem Verstand. Plötzlich wurde mir bewußt: Wenn ich mit mir selbst nicht leben kann, dann muß es zwei von mir geben ... Vielleicht ist aber nur eins von beiden wirklich. Ich war fassungslos über diese Erkenntnis, mein Verstand hielt an, es waren keine Gedanken mehr da. Dann fühlte ich mich in eine Art Energiewirbel hineingezogen. Zuerst langsam, dann schneller. Ich wurde von heftiger Angst ergriffen und mein Körper begann zu zittern. Wie aus dem Innern meiner Brust hörte ich die Worte: 'Wehre dich nicht!' Ich fühlte, wie ich in eine Leere hineingesaugt wurde. Plötzlich war keine Angst mehr da und ich ließ mich in diese Leere hineinfallen ... Ich wurde vom Zwitschern eines Vogels geweckt. Nie zuvor hatte ich einen solchen Klang gehört ... Ich stand auf und ging im Zimmer umher. Alles erschien frisch und unberührt. Ich nahm einige Dinge in die Hand, einen Bleistift, eine leere Flasche, voll Wunder über die Schönheit und Lebendigkeit von allem ... Fünf Monate lebte ich ununterbrochen in einem Zustand tiefen Friedens und tiefer Glücksel igkeit.

Die endgültige Transformation geschieht meist plötzlich: „Dann ist etwas passiert“ sagt v.d. Osten. Karl Renz: „In diesem Moment ...“ Parkin bezeichnet sein Erwachen, das völlig unvorbereitet auf ein längeres Koma nach einem Autounfall erfolgte, als „Schock des Absoluten“. Und F. Lucille schreibt: „Einen Moment lang schien der Ich-Gedanke noch zu flackern, um dann plötzlich in der Herrlichkeit des Seins zu verschwinden.
Bitte zu bemerken: Lucille sagt nicht, sie sei 'im Himmel' oder 'wie im Himmel'. Sie sieht 'das Sein', die Alltagswelt, mit völlig neuen Augen. Ähnlich eindringlich beschreibt Gabriele Wittek diese vollkommen neuartige Sicht auf die Welt (s. letzter Abschnitt hier).

Der Deutsche Om C. Parkin lag nach einem Autounfall im Koma. Als er aus dem Koma erwachte und wieder voll bei Bewusstsein war, packte ihn das Erwachen in ähnlicher Weise wie ein Schock wie Eckhart Tolle. Der Amerikaner Satyam Nadeen hatte Jahre mit Meditation und spirituellen Techniken experimentiert und nichts erreicht. Dann kam er wegen Drogenhandels ins Zuchthaus. Dort, am hellichten Tag, erwachte er urplötzlich. Der Amerikaner Robert Adams erwachte als 14-jähriger während einer Mathematikarbeit in der Schule. Der Inder Ramana Maharshi erwachte als 16-jähriger ebenfalls in der Schule und ging am Tag danach in die Einsamkeit auf den heiligen Berg Arunachala, ohne irgend jemandem etwas davon zu sagen. Der Schweizer Mario Mantese war von Kind auf hellseherisch begabt. Nach einem Überfall mit Messerstich ins Herz lag er mehrere Wochen im Koma. Bereits im Koma begannen intensive innere Erlebnisse. Er kämpfte sozusagen aus der geistigen Dimension, noch im Wachkoma, gegen seine vollständige Lähmung an und erfuhr kraft immer neuer mystischer Erfahrungen über Jahre hinweg immer tiefere Stufen dieser psychischen Transformation. Babaji, Sai Baba, Mutter Mera, Amma und andere hingegen waren schon als Kind vollständig erwacht.

Durch das Verschwinden aller Identifikationen empfindet der Erwachte nur noch reines Sein ohne irgend etwas zu sein, das berühmte „ICH BIN“. Der Hamburger Parkin hatte das Empfinden „es gibt mich garnicht, ich bin tot, mich gibt es garnicht.“ Nisargadatta: „Es gibt weder ein Ich noch ein Du.“ Ramana Maharshi sagte gerne: „Ramana? Wer ist Ramana? Mit wem sprichst du. Und wer ist es, der da spricht?“ Eckhart Tolle sagt von sich: „Lehrer zu sein ist zwar eine meiner Funktionen, aber es ist nicht meine Identität. Wenn ich alleine bin, ist es meine tiefste Freude, niemand zu sein.“ Karl Renz: „... und Karl war verschwunden.“ Artur: „Die Vorstellung von einem Ich verschwand unwiderruflich, die Person namens Artur war nicht mehr da.“ (alles Lit.19). Meister Eckart predigte den bekannten Satz: „Ihr müßt euren Heinrich und euren Konrad verlieren.

Leider gibt es noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen über Erwachte und zeitgenössische Mystiker. Ich kann deshalb nur sagen, dass nach meinem Eindruck im Vordergrund wie bei Tolle das Empfinden der Herrlichkeit des Seins und der Einheit allen Seins und alles Lebendigen steht. Die Erwachten landen nicht in einem jenseitigen Himmel (ein altes Vorurteil), sondern sie erfahren eine neue Art, unsere bekannte Welt als Einheit zu erleben.

Es gibt ähnliche Zustände, die jedoch noch keine endgültige und ganzheitliche Transformation sind. Varda Hasselmann, "Welten der Seele", schreibt: „Solche Erlebnisse sind als Satori oder Verzückung bekannt. Es kann sich um das Ergebnis langjähriger Meditation handeln, es kann durch Drogen oder Krankheit hervorgerufen werden, durch religiöse Extase oder auch durch ein Nahtoderlebnis.“ Solche Erlebnisse reichen von einem einfachen Aha-Erlebnis bis zu einer tiefen mystischen Schau wie etwa bei Thomas v. Aquin (s. Startseite-"Mystik"). Da die wenigsten Menschen über diese Vielfalt Bescheid wissen, ist die Verwirrung über die Begriffe leider groß, und nicht jeder, der meint, er sei erwacht, erfüllt die obigen Kriterien der tiefen und dauerhaften Transformation. Offensichtlich hat z.B. der Wissenschaftler Carl Sagan in "Der Drache in meiner Garage" mit (scheinbar) Erwachten die falschen Experimente beschrieben, denn die o.g. Erwachten würden niemals behaupten, z.B. mathematische Aufgaben besser lösen zu können als normale Menschen.

Das Erwachen ist auch keine Endstation. Mario Mantese z.B. zeigt durch seine Biografie, dass sich die inneren Erfahrungen über Jahre hinweg intensivieren können, und zwar ohne eigenes Streben! Neue Erfahrungen und neue Stufen werden immer als Gnade empfunden. Die Erfahrungen kamen für Mario Mantese immer wieder urplötzlich und überraschend. Was im Lauf der Jahre vor allem zunehmen kann, ist ein intuitives Wissen um die Zusammenhänge der Welt, eine Art tiefer Weisheit.

Die biblische Überlieferung kennt das Erwachen nicht. Auch aus der Sicht heutiger Offenbarungen war Jesus kein Erleuchteter, kein Erwachter. Er war 'nur' medial und hellseherisch begabt (s. Lit. 3).

Das Wesen des Ego und die Botschaft der Erwachten.

Sehr bekannt sind die Bücher des rational und nüchtern denkenden Eckhart Tolle (Lit. 21,22).
Tolle stellt fest: „Unsere Intelligenz ist von einem fundamentalen Defekt, einer kollektiven Funktionsstörung betroffen ... Sie zeigt sich in über 100 Millionen Toten allein im 20. Jhdt durch Kriege, Bürgerkriege und politischen Massenmord ... Ein weiterer Aspekt ist die beispiellose Gewalt von Menschen gegenüber anderen Lebensformen und der Erde selbst, die Zerstörung der Wälder, Tierquälerei, Verschmutzung der Luft und Vergiftung der Flüsse und Meere.“ Weiter meint Tolle: „Die Geschichte der Menschheit erlaubt nur eine Diagnose: chronische paranoide Wahnvorstellungen, pathologischer Hang zu Mord und Gewalt, verbrecherischer Wahnsinn im Wechsel mit ein paar kurzen lichten Momenten.“ (zur Zeit leben wir in einem solchen lichten Moment) Die Ursachen sind nach Tolle: „Angst, Gier, Machthunger und das Verlangen nach mehr.“ Tolle meint nun, und ich meine mit recht: „Es nützt nichts zu versuchen, gut zu sein. Alle diese Versuche haben kollektiv versagt, Sozialismus, Humanismus, Philosophie und alle Religionen. Denn „der menschliche Geist enthält einen fundamentalen Defekt.“ Die gute Nachricht jedoch ist laut Tolle: „Es gibt die Möglichkeit einer radikalen Transformation des menschlichen Bewusstseins. Ihre Namen sind Erwachen, Erleuchtung, Erlösung oder Aufhebung des Leidens.

Die Geschichte des Kommunismus demonstriert deutlich, was geschieht, wenn Menschen versuchen, die äußere Wirklichkeit zu verändern, ohne zuvor ihre innere Wirklichkeit, ihr Bewusstsein verändert zu haben“ Also nicht: Sei gut!, nicht wie Kant: folge dem sittlichen Gesetz in dir!, nicht wie Jesus: liebe deinen Nächsten!, das ist zwar gut und sinnvoll, aber letztlich unerfüllbar. Erfüllbar ist dagegen durch Training: Ändere dein Bewusstsein! ... Es gibt nur noch eine Wahl: Weiterentwicklung des Bewusstseins oder Untergang.

Dann wird Tolle genauer, und das ist die zentrale Erkenntnis aller Erwachten, wir werden das in der Advaita-Philosophie (s.u.) wiederfinden: „Der fundamentale Defekt unseres Geistes, das Wesen des Bösen ist die vollständige Identifikation der Seele mit Form – mit Dingen, Gedanken und Gefühlen. Durch diese Identifikation sind wir blind für unsere Verbundenheit mit dem Ganzen, für unser essentielles Eins-Sein mit dem Anderen und mit dem Ursprung.

Auch unsere Rollenspiele sind Form: „Rollen wie die des Erwachsenen, des Vernünftigen, des Überlegenen, von Ehemann, Mutter usw.“ (sind Ego- und keine Selbst/Seele-Beziehungen und) „zerstören jede Beziehung.“
Das Problem von Beziehungen ist: „Der, der ich zu sein glaube, ist in einer Beziehung mit dem, für den ich den Anderen halte. Und umgekehrt. Insofern ist jede Beziehung eine Beziehung zwischen vier erdachten Identitäten, vier Fiktionen. Kann das gut gehen?

Natürlich nicht, denn die grundlegende Ursache aller Rollen- und Beziehungsprobleme ist: „Das Ego ist nur ein gedankliches Phantom. Es ist deshalb verletzlich und fühlt sich ständig bedroht. Die grundlegende Emotion des Ego ist Angst: die Angst, niemand zu sein, die Angst vor dem Tod.“ Jeder Streit und jedes Problem hat seinen Grund in dieser Angst. Als Selbst/Seele gibt es keine Angst und deshalb keine Probleme mehr. Die Erwachten erfahren das als "andauernde Glückseligkeit", und wir, die noch nicht Erwachten, tun gut daran, uns zumindest ein wenig daran zu orientieren.

Zum Beispiel dadurch, dass wir lernen, dass wir zwei Tode sterben müssen, und dass es nicht gut ist, beide zusammenzulegen.
Der eine Tod ist der Tod des Ego, der darin besteht, alle Identifikationen loszulassen, alles zu lassen, was uns existenziell an diese Welt bindet. Also alle evolutionären Überlebensvorteile, die die Entwicklung unserer Ego-Fähigkeit gebracht hat, loszulassen. Leicht gesagt. Der Gewinn jedoch ist "andauernde Glückseligkeit".
Der andere Tod ist der Tod des Körpers. Der Letztere ist ein harmloser Übergang, wenn wir zuvor unser Ego samt Bindung an den Körper abgelegt haben. Der todkranke italienische Journalist Tiziano Terzani schildert dies in seinem Buch "Das Ende ist mein Anfang" auf wunderbar liebevolle Weise.

Aufmerksamkeit und Gegenwärtigkeit

Aufmerksamkeit und Gegenwärtigkeit sind die bekanntesten Ratschläge der Erwachten, denn (Tolle) „spirituell sein heißt nicht, etwas zu glauben, sondern sich seiner Ich-Bewußtheit bewußt zu sein.
Bist du bewußt, dann brauchst du nicht länger jeden Gedanken zu glauben, den du denkst.“ Das heißt: „Glaubst du an deine Rolle eines Vernünftigen, dann bekommst du Angst, wenn du im Unrecht bist. Wenn du bewußt bist und deinen Verstand sowenig ernst nimmst wie den des Anderen, dann macht es keinen Unterschied mehr, ob ein richtiger oder falscher Gedanke von dir oder von einem Anderen kommt.

Es ist schwer, diese Gewohnheiten zu verlassen. Graf Dürkheim sagte sehr passend: „Was eingefleischt wurde, muß auch wieder ausgefleischt werden.“ Aber wenn es Streit und Schwierigkeiten gibt, dann hat es wenig Sinn, die Emotionen zu unterdrücken mit kategorischen Imperativen wie: Sei gut, liebe deinen Nächsten, verhalte dich sittlich, der Klügere gibt nach o.ä.
Wirkungsvoller ist allemal, zu sich zu sagen: „Tritt hinter dich. Laß das Ego. Sei Selbst, Seele. Sei niemand.“ Damit ändert sich schlagartig die Bedeutung alles dessen, was gerade belastet.
Denn 'Bedeutung' ist eine gedankliche Leistung, die die Wirklichkeit meistens verzerrt. Zumindest immer dann, wenn Schwierigkeiten drohen. Man projiziert einen Gedanken in die Gegenwart hinein, von dem die Gegenwart nichts weiß.

Gegenwärtigkeit! Tolle: „Normalerweise lebst du ausschließlich durch Erinnerung und Erwartung und weigerst dich, den gegenwärtigen Moment anzuerkennen und ihm zu erlauben, zu sein. Du tust dies deshalb, weil dir dein Verstand durch die Vergangenheit eine Identität, eine Form, gibt und durch die Zukunft dir Erlösung, Erfüllung verspricht. Das sind Illusionen ...
Die ewige Gegenwart ist der Raum, in dem sich dein gesamtes Leben abspielt ... Leben ist Jetzt! ... Und das Jetzt ist der einzige Zugang zum zeit- und formlosen Reich des Seins ... Vergangenheit und Zukunft haben keine eigene Realität, sie sind Projektionen des Verstandes, ihre Wirklichkeit ist vom Jetzt ausgeliehen ... Wie findest du Frieden? Indem du Frieden mit dem gegenwärtigen Augenblick schließt.

Tolle fügt tröstend an: „Die Essenz dessen, was ich hier gesagt habe, kann mit dem Verstand nicht erfasst werden. In dem Moment, wo du es erfaßt, schaltet dein Bewusstsein um: vom Verstand zum Sein, von der Zeit zur Gegenwart. Plötzlich fühlt sich alles lebendig an, strahlt Energie und Sein aus ... Einige Menschen lieben Klettern, Autorennen usw. weil diese Aktivitäten sie ins Jetzt zwingen, in einen Zustand voller Lebendigkeit, frei vom Denken, frei von der Last der Persönlichkeit ... Aber du brauchst nicht die Eigernordwand zu bezwingen. Du kannst diesen Zustand jetzt betreten. Reduziere dein Leben auf diesen Moment. Nur die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart kann dich von der Vergangenheit befreien.

Ein Teilnehmer eines Seminars ist skeptisch: „Ich kann nicht glauben, dass ich je einen Punkt erreiche, an dem ich vollkommen frei von meinen Problemen bin.“ Darauf Tolle: „Du hast recht. Du kannst diesen Punkt nie erreichen, weil du jetzt an diesem Punkt bist ... Es gibt keine Erlösung in der Zeit. Du kannst nicht in der Zukunft frei sein. Gegenwärtige Aufmerksamkeit ist der Schlüssel zur Freiheit, also kannst du nur jetzt frei sein.

Eine knappe und treffende Formulierung steht auch in Lit. 48-I: „Erleuchtung ist das Verstehen, dass ihr nirgendwohin gehen müsst, nichts tun müsst und niemand sein müsst, außer genau der Mensch, der ihr jetzt seid“.
Jesus sagte sinngemäß das Selbe laut Matth.6,26-28: „Warum sorgt ihr euch? Schaut die Lilien auf dem Feld und die Vögel unter dem Himmel an!“. Gott ist nicht der Gott des Ego, sondern der Gott des Selbst. Denn „Gott ist Geist“ (Joh.4,24), und das Selbst ist das geistige Ich des geistigen Seelenkörpers (s. Startseite-"Was also ist Seele?").

Diese Denkweise wird oft als Psychoreligion entwertet. Es sei Erlösung durch einen Trick. Natürlich kann man sich die Angstfreiheit und die totale Gegenwärtigkeit der Erwachten nicht einreden und auch nicht mit Tricks erreichen. Eine solche Erlösung gibt es nicht. Das Erwachen selbst ist ein Geschenk für reife und erfahrene Seelen. Aber die obigen Bemerkung der Erwachten zeigen, wohin die Reise geht bzw. gehen muss. Und wenn man ein wenig von dieser Tendenz ins eigene Leben bringt, dann können die Vorteile gewaltig sein. Auch ganz neutrale Bewegungen wie das Citta-Forum unterstützen die Entwicklung eines neuen Bewusstseins und dieser Denkweise. Die Abwertung als "Psychoreligion" seitens der Kirchen beruht auf Unwissen und Verlustängsten.

Psychotherapie, Weltverbesserung oder Heilsweg?

Bislang war alles lebenspraktisch. Wie aber kann man das Erwachen selbst verstehen? Ist seine Botschaft Psychotherapie, Weltverbesserung oder Heilsweg?

Wer mit den Schwierigkeiten des Alltags besser zurecht kommen will, dem ist mit dem Rat nach mehr Aufmerksamkeit, mehr Gegenwärtigkeit und mehr innerer Distanz zu den Automatismen der Gedanken- und Emotionsmaschinen wirklich gut geholfen.

Wem an Weltverbesserung gelegen ist, dem muß es imponieren, daß es eine Bewusstseinserweiterung gibt, die die Vernetzung und Zusammengehörigkeit aller Dinge und Wesen zur intensiven Erfahrung werden läßt. Dies ist ja auch die Botschaft von LSD (s. Startseite-"Drogen"). Hier ergänzen sich die Gedanken Tolles mit den Erfahrungen der LSD-Wissenschaftler: Eine gesunde Gesellschaft der Zukunft ist ohne Bewusstseinserweiterung nicht denkbar. Wir müssen lernen, global zu denken und zu fühlen - wirtschaftlich, sozial, klimatisch, ökologisch usw. Viele versuchen das rein intellektuell, z.B. attac oder das Citta-Forum, aber ohne Bewusstseinsänderung im Sinne einer Schwächung des Ego/-ismus und Stärkung des Selbst bei allen Beteiligten sind diese Aktivitäten nur Flickwerk, Behandlung der Symptome.

Ist das Erwachen aber auch ein Heilsweg? Ist die Bewusstseinserweiterung ein Schritt zu einer metaphysisch bzw. religiös verstandenen Erlösung?
Die meisten Erwachten interpretieren ihren neuen Zustand als transzendentes Phänomen. Sie empfinden sich als außerhalb der dinglichen Welt stehend. Das Wunder des neuen Bewusstseins verbindet sich bei ihnen mit der metaphysischen Grundfrage, die der große Universalgelehrte Leibniz einmal auf die berühmte Formel brachte: „Warum ist etwas und nicht nichts?“ Hierzu liefern die Metaphysiken der indisch-tibetischen Tradition, die Lehren von Nirwana und Advaita, einige Antworten. Ich persönlich halte mich jedoch lieber an die medialen Offenbarungen an Greber, Wittek, Walsch (Lit. 3,15,16,48) uam.

Advaita oder Nirwana - Fülle oder Leere?

Die Erwachten haben seit je das Bedürfnis, ihren Zustand und ihre inneren Erfahrungen zu interpretieren. Es beginnt mit den uralten vedischen Schriften und ihrem spirituellen Teil, der Vedanta. Sie werden als göttlich inspiriert bei den Hindus so heilig gehalten wie der Koran bei den Muslims und die Bibel bei Juden und Christen. Seit 500 v.Ch., seit der neuen Lehre des Erwachten Buddha, gibt es eine Spaltung, die Philosophen beider Richtungen, der Advaita und des Nirwana - bekämpften und inspirierten sich gegenseitig über Jahrhunderte hinweg. Erst durch die philosophischen Leistungen des heute noch berühmten und hoch verehrten Weisen Shankara trennten sich die Wege um 800 n.Ch. endgültig und der Buddhismus verschwand langsam aus Indien. Diese und die folgenden Informationen stammen aus dem Buch des Indologen Glasenapp über Shankara (Lit. 25).

Die hinduistische Advaita lehrt, unsere Welt der Formen sei eingebettet in die noch formlose Fülle dessen, was überhaupt möglich ist, und alles Manifestierte (alles Geformte) sei mit dem Unmanifestierten identisch, es kommt, wie in einem Vexierbild, nur auf die Sichtweise an: Entweder ruht man in der Fülle des Möglichen, oder man sieht sich als eine Form unter Formen.
Buddha sagt dagegen, das sei „eine vollkommene Narrenlehre“ (so zitiert Glasenapp Buddha), unsere Welt der Formen sei eingebettet in eine vollständige Leere, das sogenannte Nirwana, und das Nirwana habe mit der Welt nichts gemein.

Es geht also darum, ob alles eins ist oder zwei.
Buddhismus: Formlose Leere und die Welt der Formen sind zwei, sie sind dual.
Hinduismus: Formlose Fülle und die Welt der Formen sind eins, nicht zwei. Deshalb heißt diese Lehre „a-dvaita“: „nicht-dual“.

Dieser Streit ist ähnlich sinnlos wie der christliche Streit um die Trinität: Ist Jesus selbst Gott oder nur Gott ähnlich? Die Tatsache solcher Streite, sowie die spätere Meinung Buddhas, Fülle und Leere seien doch das Gleiche, zeigen, dass es sich nicht um Erfahrungen handeln kann, sondern um Interpretationen, Meinungen, logische aber nicht unbedingt richtige Schlüsse. Meine persönliche Meinung ist: Spekulative Metaphysik wie die des Nirwana, die Advaita, die Trinitätstheologie oder auch die transzendentalen Philosophien von Schopenhauer, Schelling oder Hegel ua. haben nur literarischen Wert. Mit Wahrheit, d.h. mit im erfahrbaren Sinne richtigen oder falschen Vorstellungen haben sie höchstens zufällig etwas gemein. Höhere Wahrheit über metaphysische Gegebenheiten erhalten wir nur aus mystischen Visionen und medialen Botschaften, und auch erst dann, wenn wir sie einander gegenüberstellen und dadurch die subjektiven, zeitbedingten und widersprüchlichen Elemente weitgehend ausmerzen. Diese Texte sind ein erster Schritt in diese Richtung.

Dies zu erkennen erfordert ein wenig Übung, denn die Hindu-Erwachten treten zuweilen sehr bestimmt und autoritär auf. Als Beispiel zitiere ich einen typischen und wortgewaltigen zeitgenössischen Vertreter, Sri Nisargadatta Maharaj. Er lebt in Bombay in einer kleinen, bescheidenen Dachstube. Dort empfängt er in schlichter Alltagskleidung täglich Besucher aus aller Welt, die seine Bücher gelesen haben und ihn nun kennen lernen möchten. Er ist ein typischer Advaita-Vertreter. Nisargadatta Maharaj sagte in einem Gespräch:

  1. Die Grundlage ist das Noumenon, das absolute Potential, die reine Fülle, das Unmanifestierte. In diesem ursprünglichen Zustand ist nur Ich, ohne Wissen oder Bedingungen, ohne Form, ohne Eigenschaften oder Identität.“
    Es gibt die Erfahrung der Stille, des Friedens, der Losgelöstheit von allem Weltlichen, eine Erfahrung, die alle Mystiker teilen. dass diese erlebte formlose Stille aber „die Grundlage, der ursprüngliche Zustand“ aller weltlichen Formen sei, das ist traditionelle hinduistische Metaphysik. Aus den medialen Berichten und Erfahrungen und aus den Forschungen von z.B. Prof. Matthaei ist die andere Welt erheblich komplexer und vielschichtiger als nur die „reine Fülle des Unmanifestierten“.
    Das eine, einzige Ich im Unmanifesten ist das universelle Ich, in dem sich alle Erwachten als Einheit empfinden. Dieses universelle Ich wird theistisch als göttlich empfunden, oder atheistisch als universelles Bewusstsein. Es gibt aber auch die wohl eher christliche Gotteserfahrung eines Über-Ichs. Das ist die unauflösbare Paradoxie, dass Gott und Ich einerseits Eins sind, zugleich Gott aber auch Vater ist (Jesus, Meister Eckart ua. Mystiker: Wir sind wie Tropfen im Ozean, mit allem verbunden und doch nicht der Ozean selbst).
  2. Dann entstehen (ohne ersichtlichen Grund außer dass es seine Natur ist) die Konzepte von Raum und Zeit und der Gedanke „Ich Bin“, das unpersönliche Bewusstsein, in dem die Welt als Lebenstraum erscheint, und in dem sich das Noumenon nun selbst wahrnehmen kann.“
    Das ist die Schöpfungsgeschichte der Advaita. Der Ich-Bin-Gedanke erzeugt den Urknall.
    Die Welt ist nicht vom Noumenon verschieden, sondern sie ist identisch mit ihm, sie ist das formgewordene Noumenon, das manifestierte Potential.“, also a-dvaita, nicht dual. Diese Identitätsvorstellung ist in etwa auch die pantheistische Vorstellung. Sie mag richtig sein, sie ist jedoch ohne Begründung nichts wert.
    Bei Jakob Böhme (s. Startseite-"Schöpfung") oder Walsch "Gespräche mit Gott" (Lit. 48) wird uns das klar und kompetent offenbart. Nur Offenbarungen können uns über diese Zusammenhänge belehren, alles andere ist spekulative Fantasie oder fragwürdige Intuition. Dies gilt für alle folgenden Punkte ebenso.
  3. Auch das unpersönliche kosmische Bewusstsein will sich selbst wahrnehmen. Dazu muß es sich selbst manifestieren.“ Das 'unpersönliche kosmische Bewusstsein' ist das Selbst in seiner reinsten Form, ohne die geringste Identifikation mit Form, d.h. ohne eine irgendwie beschreibbare, sondern nur noch mit einer 'gefühlten' Individualität.
    Dazu braucht es eine Form, einen physischen Körper, mit dem es sich identifiziert. Und so beginnt in einem der geträumten Objekte (wir Menschen) des universellen Ich die Vorstellung von Gefangensein. Immer wenn einer aus Sicht dieser Selbst-Identifikation denkt und handelt, begeht er – wie man es ausdrücken könnte – die Ursünde, durch die das absolute Ich in ein Objekt, in eine begrenzte Wirklichkeit umgewandelt wird.“ (s. unter 2.)
  4. dass nun einige der geträumten Individuen aus dem Traum ausbrechen wollen und als Individuum zum Absoluten, zum Ur-Ich zurückkehren wollen, das ist ein großer Witz.“ Maharaj macht sich lustig über die, die noch nichts vom universellen Selbst wissen und als Ego, also als Körper-Ich, auf Erbarmen und Erlösung hoffen.
  5. Wenn dies klar ist, dann muß der Einzelne in sich zurückgehen, um in sich herauszufinden, was ursprünglich war, bevor sich das Bewusstsein erhob.“
    Erlösung gibt es nur auf dem Weg nach Innen. Jeder muß den Weg der Ablösung, der Ursünde wieder zurück gehen. Das ist einerseits logisch, das ist aber auch die Kernbotschaft Christi! (s. Startseite-"Christus")
  6. An diesem Punkt geschieht das Erwachen, dass man weder der Körper noch das Bewusstsein ist, sondern der unbenennbare Zustand des gesamten Potentials, bevor das Bewusstsein erschienen ist ... So schließt sich der Kreis: Der Suchende wird das Gesuchte.“ Er geht auf im Ur-Ich.
    Aus Sicht der rechts skizzierten Offenbarungen (s. Startseite-"Erlösung") ist dies zu kurz gedacht. Das Erwachen mag uns zwar aus irdischer Sicht wie das Schließen des Kreises erscheinen, aber aus Offenbarungssicht ist es nur ein erster und wichtiger Schritt. Er ist zwar eine Erlösung von allen irdischen Zwängen und Leiden, aber die Erlösungstat Christi zielte auf einen weiteren, notwendigen Schritt (s. Startseite-"Erlösung").

Das ist ein Beispiel für die Advaita, die spekulative Metaphysik der nicht-Dualität, in der das Manifestierte und das Unmanifestierte nur zwei Ansichten von ein und dem selben sind. Empirisch, also eine reale Erfahrung, ist dabei nur das Erwachen selbst und die Empfindung, ein universelles, unpersönliches Bewusstsein zu sein. Das ist aber etwas anderes als die obigen metaphysischen Sachaussagen. Bewusstsein ist Erfahrung und zeugt von Wahrheit, interpretierende Metaphysik ist schöngeistige Literatur. Christus sagt hierzu eindeutig: „Die gesetzmäßigen Zusammenhänge der Schöpfung sind ihnen (den Erwachten) jedoch nur unvollständig bekannt. Die wenigsten von ihnen finden über diesen Bewusstseinszustand hinaus.“ (s. Startseite-"Christus" und Lit.15)

Die Erfahrungen der Mystik und die Wortoffenbarungen sind betont dual: Hier die materielle Welt mit materiellen Formen, und dort der Himmel und das Reich Gottes, eine geistige Welt. Sie ist ebenfalls geformt, denn sie enthält Geistwesen aller Art (Tier und Pflanzenseelen, Menschenseelen, Engel, Erzengel, Christus, Gott) in sieben verschiedenen himmlischen Bereichen, ua. dem Paradies, der Dunkelwelt und dem Reich Gottes. Auch diese geistige Welt hat Geschichte, Gegenwart und Zukunft, und sie steht in engem Kontakt mit unserer materiellen Welt über medial begabte Menschen. Das ist keine spekulative Metaphysik, sondern es sind Erfahrungen medial begabter Menschen und vermittelnder Geistwesen aus den himmlischen Bereichen. Hinduismus und Buddhismus zielen dagegen direkt ins "Reich Gottes", in den Bereich vor aller Schöpfung. Das mag berechtigt sein, ist jedoch nur ein Teil möglicher Gesamtwelt-Erkenntnis.

Hinweise oder Kritik bitte hier.

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