Drogen - LSD
|
zur Startseite
zum Autor zur Literatur zu Drucktexten Inhalt: 1. Wirkung 2. Funktion? 3. Zukunftsdroge? Kreativität und Intelligenz |
Die hinsichtlich mystischer Erfahrungen bekannteste und wohl auch interessanteste Droge ist LSD. LSD ist eine hochinteressante Droge, denn durch LSD werden Bilder frei, die auf der geistigen Ebene einen starken und nachhaltigen Eindruck hinterlassen können. LSD wurde vor 100 Jahren von A. Hoffmann in Basel zufällig entdeckt und wurde durch Aldois Huxley und Stanislav Grove in den 60er und 70er Jahren die Droge der Hippies und Aussteiger. LSD ist zur Zeit so verboten wie andere Psychodrogen. 2006 fand in Basel eine 3-tägige internationale Tagung nur über LSD statt. Ich beziehe mich jetzt auf eine Sendung des SWR2 über LSD und möchte mit den Zitaten drei Fragen beantworten: 1. Welche geistigen Wirkungen hat LSD?
1. Zu den geistigen Wirkungen von LSD. LSD zeigt, daß unser Normalbewußtsein beschränkt ist, denn LSD erweitert das Bewußtsein. Es gibt also ganz objektiv so etwas wie ein erweitertes Bewußtsein. Das ist eine ganz wichtige Feststellung im Hinblick auf die Texte über mystisches Erleben und Erleuchtung. Was das durch LSD erweiterte Bewußtsein erfährt, ist stark abhängig von den Erwartungen des Probanden. Diese Erfahrungen können sehr negativ sein, mit großen Ängsten und Schrecken. Deshalb ist es gut, daß LSD verboten ist. Das Verbot ist jedoch nicht gut im Hinblick auf die positiven Erfahrungen bei gesunden Menschen bei entsprechender Einführung. Farben, Musik, alle Wahrnehmungen sind unglaublich intensiv. Man erfährt: Ich bin die Musik. Zitat: „Die Intensität des Erlebens ganz normaler Wahrnehmungen der Welt ist unbeschreiblich.“ Man erfährt „bei entsprechender Einführung auch Antworten auf die großen Fragen des Seins: Woher kommen wir, wohin gehen wir, und warum das alles? Die Antworten sind einsichtig und überzeugend, aber sie lassen sich nicht verbalisieren.“; „LSD löst die Grenzen zwischen Ich und Außenwelt. Alles wird Eins. Man erfährt die unio mystica.“; „Dies war meine Erfahrung: Ich habe gelernt, ein fühlender Mensch zu werden.“ Zu 'alles ist Eins' ist mir eine Bemerkung wichtig: Auf der letzten Schelling-Tagung am 27. Januar 2007 sprach ein etwas polemisierender Diskutant über die 'Einheitsfantasien' der Metaphysiker und eben auch Schellings. Dies ist auch meine Meinung zur philosophischen Metaphysik, sie ist nun einmal Spekulation und Fantasie, sei sie auch so geistreich wie bei Hegel, Schopenhauer, Schelling oder anderen.
2. Unterstützt LSD den Reduktionismus der Neurologie, ist also tatsächlich Geist nur eine Funktion chemischer und physikalischer Prozesse? LSD verändert die Botenstoffe zwischen den Nervenzellen im Hirn. Man könnte also sagen: Das erweiterte Bewußtsein ist reduzierbar auf die Spezifika dieser Botenstoffe.
Das wäre eine Reduktion, die völlig an der Erfahrung vorbeigeht. Wir haben durch LSD, sagen die LSD-Erfahrenen, weniger Hemmungen, es wird weniger gefiltert, es gibt mehr Verbindungen zwischen den Wahrnehmungen. LSD beseitigt also Hemmungen, und die Basis der erweiterten Leistung muß anderswo gesucht werden.
Andererseits stellen LSD (und Autismus) für Materialisten unangenehme Fragen: Warum entwickelt die Evolution in allen Menschen geistige Fähigkeiten, die sie nicht nutzt? Warum sind so viele Fähigkeiten unterdrückt? Wie ist es biologisch zu begründen, daß Geist mehr leistet als das Normalgehirn der Evolution? 3. Ist LSD eine Zukunftsdroge für eine bessere Gesellschaft? Hierzu gab es zwei überraschende Antworten bei der SWR2-Diskussion.
Die zweite Antwort geben die Schamanen. Sie sagen: „LSD oder die entsprechenden Kräuter sind heilige Substanzen. Wir brauchen sie, um in einen Zustand zu kommen, in dem wir wirklich von innen helfen können. Ihr (moderne Menschen) braucht LSD. Das ist euer Mittel, das ihr nutzen müßt, um als Gesellschaft gesund zu bleiben.“
Kreativität und Intelligenz
Roth stellt fest, daß Kreativitätsschübe meist auf erhöhte Dopaminproduktion folgen. Dopamin fördert die Vernetzung des Hirns und ermöglicht dadurch Leistungen, die zuvor bereits angelegt bzw. antrainiert, jedoch noch gehemmt sind. Mentale Hochleistungen werden durch die Stimulation einer breiteren Vernetzung in Hirn ermöglicht. Roth fragt sich: Wie kann ich das Hirn am besten stimulieren? Seine These ist: "Es gibt keinen Geist ohne Hirn". Ich kenne jedoch von ihm keine ernsthafte Auseinandersetzung mit mystisch-medialen Phänomenen. Ohne dies ist Roths Behauptung eine Allaussage ohne wissenschaftlichen Wert. Snyder untersucht Autisten mit besonderer Begabung, sogenannte Savants, und stellt fest, daß diese absoluten Höchstleistungen wie angeboren erscheinen. Sie sind bereits in der Kindheit oder nach einem Unfall einfach da und bedürfen allenfalls nur noch ein wenig(!) mechanischen Trainings z.B. der Finger zum Klavierspiel. Snyders These ist: Jeder Mensch hat solche Fähigkeiten, sie sind jedoch normalerweise gehemmt. Ob die für diese Fähigkeiten nötige Vernetzung im Hirn bereits genetisch veranlagt sein könnte (was kaum vorstellbar ist), interessiert den ideologiefreien Snyder wenig. Snyder fragt deshalb: Wie kann ich den Geist am besten enthemmen? Literatur:
zur Startseite |